Garagen sollen Wohungen weichen : SWG reißt Häuser und Garagen weg

<fettakgl>Im Juni 2014 sollen die ersten Pächter aus den knapp 40 Jahre alten Garagen raus.</fettakgl> Die SWG will Stück für Stück den alten Gebäudebestand durch moderne Wohnungen mit Tiefgaragen ersetzen. <fotos>Reinhard Klawitter</fotos>
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Im Juni 2014 sollen die ersten Pächter aus den knapp 40 Jahre alten Garagen raus. Die SWG will Stück für Stück den alten Gebäudebestand durch moderne Wohnungen mit Tiefgaragen ersetzen. Reinhard Klawitter

Viele Garagennutzer in der Weststadt sind verunsichert: Die Schweriner Wohnungsgenossenschaft (SWG) will in der Leonhard-Frank-Straße mehrere Gebäude und 140 Garagen dem Erdboden gleich machen.

svz.de von
08. März 2013, 09:55 Uhr

Weststadt | Der Buschfunk war schnell, und viele Garagennutzer in der Weststadt sind bereits verunsichert: Die Schweriner Wohnungsgenossenschaft (SWG) will in der Leonhard-Frank-Straße mehrere Gebäude und 140 Garagen dem Erdboden gleich machen. Dort sollen vier neue Häuser mit 60 Wohnungen und mehreren Tief garagen entstehen. Darüber berichtete SWG-Vorstandsvorsitzender Wilfried Wollmann die Bürger jetzt im Goethe-Gymnasium. "Die 139 Nutzer müssen die Garagen aufgeben", sagt Wollmann. Allerdings höre sich das dramatischer an, als es sei, und viele Betroffene hätten Verständnis gezeigt, berichtet er.

Die ersten etwa 45 Kündigungen wird es voraussichtlich zum 30. Juni 2014 geben. "15 Monate sind genug Zeit zum Ausräumen und Suchen von Alternativen", sagt Wollmann. Die restlichen Garagen will die SWG ein Jahr später kündigen und abreißen. Natürlich helfe die Genossenschaft, wo es ginge, zum Beispiel beim Finden von Ersatz. Die Betroffenen sollten sich an ihren Hausverwalter wenden, der dann die notwendigen Schritte einleitet.

Wenn Wollmann aus seinem Bürofenster schaut, blickt er auf einige der etwa 40 Jahre alten Garagen. "In vielen stehen keine Autos mehr, die sind zu klein für die großen Wagen." Er verstünde, dass vor allem die älteren Nutzer verunsichert seien. Aber viele Betroffene würden nicht in der Weststadt wohnen. "Und wir müssen für die gesamte Genossenschaft denken und planen", sagt er weiter.

Das Areal sei hochwertig, die Lage mit Blick auf den Neumühler See zu exponiert, als dass die SWG das Gelände ungenutzt lassen könnte. "Bei einem Quadratmeterpreis von 100 Euro wäre das unrentabel", erklärt Wollmann. Die SWG wird im November ihren Ver waltungssitz in der Leonhard-Frank-Straße aufgeben und an den Pfaffenteich umziehen (SVZ berichtete). In der Arsenalstra ße 12, dort wo zuletzt der Bolero-Beach-Club zu finden war, schließt Inves tor Michael Weiß die Baulücke. In die unteren drei Etagen zieht die SWG, darüber entstehen Wohnungen. "Dort werden wir besser wahrgenommen, als hier in der Weststadt", so Wollmann.

Wenn der Verwaltungssitz leer gezogen ist, sollen die Abrissbagger kommen. "Die Gebäude hier sind nur notdürftig saniert, die können wir niemandem mehr als Wohnraum anbieten", sagt der SWG-Vorstandschef. Deshalb werden sie in vier Schritten abgerissen - aus Rücksicht auf die Garagennutzer. In einem Arbeitsgang das gesa mte Gelände frei zu räumen, wäre günstiger. In einem ersten Schritt soll mit dem Abriss des Verwaltungssitzes und eines ersten Garagenkomplexes im Herbst nächsten Jahres genug Platz für den Bau des ersten von vier neuen Wohnhäusern entstehen. Das Angebot soll sich an alle Generationen richten und die Nachfrage nach modernen Wohnungen in der Weststadt befriedigen. Dort stehen vor allem ältere Gebäude, deren Grundrisse nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. "Wir schließen quasi eine Marktlücke", sagt Wollmann.

Der benachbarte "Westclub One" und die Guttempler sind von den Bauplänen der SWG nicht betroffen. "Die Vereine nutzen das Gebäude der Stadtwerke. Mit ihnen gab es auch nie Probleme", erzählt Wollmann weiter. Er freue sich darüber, anstelle des Verwaltungssitzes den Genossenschaftsmitgliedern bald neue moderne Wohnungen mit Blick auf den Neumühler See anbieten zu können. "Ich genieße den Ausblick ja jeden Tag, bald schaue ich auf den Pfaffenteich - auch nicht so schlecht."

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