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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 07:42 Uhr

Zeitverzug : SWG-Neubau wächst jetzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genossenschaft ist fünf Wochen im Zeitverzug, weil Ämter widersprüchliche Auflagen machten

Nur wenige Wochen nach Baubeginn wächst in den Waisengärten der Wohnblock der Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft bereits sichtbar in die Höhe. Im Juli kommenden Jahres sollen die 19 hochwertigen Wohnungen bezugsfertig sein. Derzeit allerdings liegen die Arbeiten etwa fünf Wochen hinter dem Plan. Der Grund: ein offensichtliches Wirrwarr in der Stadtverwaltung. Das Bauamt hatte in der Baugenehmigung festgelegt, dass die Zu- und Abfahrt zur Baustelle über die Werderstraße zu erfolgen hat. Nur eine Woche später kam aber vom Amt für Verkehrsmanagement das Verbot, diesen Weg zu nutzen, weil die Werderstraße nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zugelassen sei. Damit begann ein Ringen der SWG mit der Verwaltung. Erst die Fotografie des Zusatzschildes „außer Anlieger“ an der Einfahrt zur Werderstraße und der Nachweis, dass die SWG mit ihrer Baustelle Anlieger ist, ließ das Verkehrsmanagement die Zufahrt zu den Waisengärten mit 40-Tonnern gestatten.

„Die Baufirmen tun derzeit alles, um den Fünf-Wochen-Rückstand aufzuholen“ sagt SWG-Projektleiterin Gabriele Szymanski. „Aber am Ende werden wir doch vielleicht zwei Wochen später fertig als geplant.“

In der nächsten Woche werden bereits die ersten Fenster im Erdgeschoss eingebaut. Bis Ende Oktober, so hofft SWG-Vorstand Margitta Schumann, werden die Stadtwerke alle Versorgungsleitungen an das Wohnhaus angeschlossen haben. „Erst wenn wir Wärme und Wasser im Haus haben, können wir mit dem Innenausbau beginnen.“

Für 17 der 19 neuen Wohnungen der SWG liegen bereits feste Zusagen von Mietern vor, so Margitta Schumann. „Wir gehen davon aus, dass zum 1. Juli 100 Prozent vermietet sind.“ Dabei sind die Wohnungen in den Waisengärten kein billiges Vergnügen. „Der Mietpreis beträgt durchschnittlich 9,50 Euro pro Quadratmeter“, sagt Margitta Schumann. „Dazu kommen Nebenkosten von etwa zwei bis 2,20 Euro pro Quadratmeter.“ Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 67 und 107 Quadratmetern. Im Mietpreis enthalten sind ein Stellplatz in der Tiefgarage, ein Trockenkeller und ein Fahrradabstellraum. Jede Wohnung hat einen Balkon, im Erdgeschoss gehört ein kleiner Mietergarten dazu. Außerdem hat jeder Mieter einen kleinen eigenen Kellerraum. Jede der Wohnungen ist mit Fußbodenheizung und einem Vollbad mit Außenfenstern ausgestattet. Die Küche müssen die Mieter jedoch selbst kaufen.

Hinter dem Haus läuft ein kleiner, offener Graben, der als Biotop erhalten werden muss. Dorthin musste das Gebäude deshalb extra mit einer Spundwand gesichert werden.

Margitta Schumann trat Gerüchten in der Vertreterversammlung entgegen, wonach für die Finanzierung des immerhin 3,5 Millionen Euro kostenden Neubaus in den Waisengärten die Mieten aller anderen SWG-Wohnungen angehoben würden. „Wir kalkulieren jedes unserer Projekte einzeln. Es gibt keine Querfinanzierung.“ Die Mieten des Neubaus in der Werdervorstadt seien kostendeckend. „Wir bringen für die Finanzierung 40 Prozent der Investitionssumme mit eigenem Geld auf“, sagt Schumann. „Das mussten wir schon deshalb tun, um die Mieten für die neuen Wohnungen nicht ins Unermessliche wachsen zu lassen.“

 

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