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Abwärme von Biogasanlage wird für Fischzucht genutzt : Sukower Landwirt will Welsfarm errichten

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Ende dieses Jahres soll in Sukow eine Welsfarm stehen. Das jedenfalls ist das Ziel des ortsansässigen Landwirts Kay Solterbeck. Errichtet werden soll die Anlage am Dorfrand in Nähe des Solarparks auf eigenem Land.

Sukow | Ende dieses Jahres soll in Sukow eine Welsfarm stehen. Das jedenfalls ist das Ziel des ortsansässigen Landwirts Kay Solterbeck. Errichtet werden soll die Anlage am Dorfrand in Nähe des Solarparks auf eigenem Land. Die Halle werde rund 1500 Quadratmeter groß und beherberge neben den Fischbecken mit geschlossenen Kreisläufen auch Futterlager und einen Hofladen, kündigt Solterbeck an. Die Setzlinge sollen es in vier bis viereinhalb Monaten auf 1,3 bis 3 Kilogramm Gewicht bringen. Im Jahr, so seine Vorstellungen, will die Farm etwa 400 Tonnen afrikanische Welse liefern. Erste Kontakte zu künftigen Abnehmern wie regionalen Gaststätten gibt es, erklärt der Landwirt. "Der Wels ist ein schnellwüchsiger Warmwasserfisch, sehr robust und braucht keine wachstumsfördernde Hormone oder mit Medikamenten angereichertes Futter", erklärt der Sukower.

Der 44-jährige Landwirt erweitert damit sein Firmenkonzept. Bislang beschäftigt er sich ausschließlich mit Feldwirtschaft und Biogas. Die Fischzucht wird die neu gegründete Sukower Bioenergie und Welsfarm GmbH & CO KG betreiben.

Solterbecks Sohn Kim (21) hatte bei seiner Ausbildung zum Landwirt bei Gnoien im Landkreis Güstrow bereits eine Welsfarm kennen gelernt. Genutzt wird dafür die Abwärme einer Biogasanlage. Dieses Konzept fanden Vater und Sohn günstig und beschlossen, es auch hier umzusetzen. "Fisch ist mehr denn je gefragt. Aus den Meeren wird aber künftig nicht mehr, sondern eher weniger herauszuholen sein. Deshalb erscheint uns dieses Projekt betriebswirtschaftlich sehr sinnvoll. Es ist ein weiteres Standbein für uns Landwirte", sagt Kay Solterbeck.

Für die nötige Wassertemperatur der afrikanischen Welse sorgt die Abwärme einer Biogasanlage, die das Sukower Unternehmen ebenfalls bis Jahresende errichten will.

Geplant ist die Biogasanlage mit zwei Blockheizkraftwerken. Der so nachhaltig gewonnene Strom wird ins öffentliche Netz gespeist.

Die Abwärme eines Blockheizkraftwerkes wird ausschließlich für die Fischfarm genutzt. Wasser- und Lufttemperatur sollen 27 Grad betragen. "Der afrikanische Wels benötigt diese warmen Temperaturen", erklärt Solterbeck und weist gleichzeitig darauf hin, dass die Abwärme hundertprozentig ausgelastet wird. Überhaupt habe ihm und den anderen am Projekt Beteiligten sehr daran gelegen, dass ein sinnvolles Konzept zur Wärmenutzung vorliegen muss, um effektiv wirtschaften zu können.

Mit der Abwärme eines zweiten, eines so genanntes Satelliten-Blockheizkraftwerks, etwa 1000 Meter von der Biogasanlage entfernt, sollen kommunale Gebäude wie Schule, Sporthalle, Gemeindehaus und Kindergarten über ein eigenes Fernwärmenetz versorgt werden. Darüber hinaus können auch private Haushalte an dieses Netz angeschlossen werden. Interessenten dafür gäbe es, denn die Versorgung mit Abwärme sei finanziell günstig, meint Solterbeck. Die technischen Voraussetzungen schafft die Firma selbst.

"Gefüttert" wird die Biogasanlage unter anderem mit Zuckerrüben, Getreide und Mais sowie dem Wasser aus dem Fischbecken, denn einige Kubikmeter werden auch ausgetauscht. Das meiste Wasser in den Becken wird aber gefiltert und wieder benutzt. Reichen Mais und Zuckerrüben bzw. Getreide für die Biogasanlage nicht aus, werde von Landwirtschaftsbetrieben aus der Region dazugekauft, erläutert der Sukower Landwirt.

Das kompakte Projekt kostet etwa 1,5 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet mit Fördermitteln. Beschäftigt werden in der Sukower Bioenergie und Welsfarm GmbH & CO KG drei Mitarbeiter. Kay Solterbeck ist einer von zwei Geschäftsführern. Auch seine Familie ist in dieses Vorhaben eingebunden. Sohn Kim hat erste Erfahrungen mit der Welszucht, er bildet sich derzeit weiter. Der zweite Sohn Chris beginnt in wenigen Wochen eine Ausbildung beim Landwirtschaftsbetrieb Hagge in Sukow. Mit diesem Betrieb arbeitet Kay Solterbeck eng zusammen. Auch Ehefrau Alexandra wird das Familienunternehmen verstärken. Sie wird im Hofladen der neuen Welsfarm arbeiten. Hier können dann Gäste nicht nur ihren frischen Wels kaufen, von hier aus sollen sie auch einen Blick in die Aufzuchtbecken werfen können - nur durch eine Glasscheibe getrennt. Solterbeck: "Wir wollen Interessierten damit einen Blick hinter die Kulissen der Fischzucht ermöglichen."

Die Gemeinde Sukow stehe dem Vorhaben des Landwirts positiv gegenüber, sagt Bürgermeister Horst-Dieter Keding. Die Welsfarm sei ein neues Geschäftsfeld. Die Kommune ist sehr daran interessiert, ihre Einrichtungen mit kostengünstiger Fernwärme zu versorgen.

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erstellt am 20.Jun.2011 | 10:07 Uhr

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