Die ersten Welse kommen am Jahresende auf den Tisch : Sukower Landwirt baut Fischfarm

Vier Fischbecken - jedes mit einem eigenen Kreislauf - entstehen in der künftigen Welsfarm. In den Türmen wird das Wasser gefiltert. Heidrun Pätzold (2)
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Vier Fischbecken - jedes mit einem eigenen Kreislauf - entstehen in der künftigen Welsfarm. In den Türmen wird das Wasser gefiltert. Heidrun Pätzold (2)

Noch sechs bis acht Wochen, dann will Kay Solterbeck seine Welsfarm eröffnen. "Die Halle steht. Jetzt werden die technischen Anlagen eingebaut", erklärt der Landwirt, der mit der Fischfarm sein Firmenkonzept erweitert.

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22. Mai 2012, 05:39 Uhr

Sukow | Noch sechs bis acht Wochen, dann will Kay Solterbeck seine Welsfarm in Sukow eröffnen. "Die Halle steht. Jetzt werden die technischen Anlagen eingebaut", erklärt der Landwirt, der mit dieser Fischfarm sein Firmenkonzept erweitert. Bislang betreibt er Feldwirtschaft und eine Biogasanlage. Gemeinsam mit Jens Fröhlich hat er die Sukower Bioenergie und Welsfarm gegründet.

Die Halle am Dorfrand von Sukow in Nähe der Bahnlinie ist rund 1500 Quadratmeter groß. Vier Fischbecken mit geschlossenen Aquakultur-Kreislaufanlagen sind bereits installiert. In den großen Türmen, die sich über den Fischbecken befinden, wird das Wasser gefiltert. Nur ein geringer Teil muss alle zwei Tage durch Frischwasser ersetzt werden. Dieses ausgetauschte Wasser wird nicht einfach entsorgt, sondern für die Biogasanlage genutzt - anstelle von Gülle, die hier nicht zur Verfügung steht, erläutert Kay Solterbeck. Gefüttert wird die Anlage außerdem mit Zuckerrüben, Getreide und Mais. Für die nötige Wärme der Wassers - es muss kontinuierlich 27 Grad betragen - sorgt ebenfalls die eigene Biogasanlage. Weil aber so viel Abwärme anfällt, sollen darüber hinaus auch kommunale Gebäude wie Schule, Kindergarten Sporthalle und Gemeindehaus über ein eigenes Nahwärmenetz versorgt werden. Das entsprechende Blockheizkraftwerk dafür soll in diesem Sommer fertig sein.

Voraussichtlich im August will der Sukower die ersten Setzlinge in die Fischbecken einsetzen. Solterbeck: "Sie kommen vom Fischgut Nord und haben ein Anfangsgewicht von knapp zehn Gramm. In vier bis viereinhalb Monaten sollen sie es auf ein Gewicht von 1,5 Kilogramm bringen." Im Jahr, so seine Prognose, soll die Farm etwa 400 Tonnen Afrikanische Welse liefern. Dieser Wels mit seinem sehr hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren sei ein schnellwüchsiger Warmwasserfisch und robust. Er eigne sich hervorragend für die gesundheitsbewusste Ernährung. Zudem benötige man bei der Aufzucht keine wachstumsfördernde Hormone oder mit Medikamenten angereichertes Futter.

Wenn alles planmäßig verläuft, sollen die ersten Welse Ende des Jahres ausgeliefert werden. Vermarktet wird der Fisch in erster Linie von der Erzeugergemeinschaft Fischgut Nord e.G.. Das ist ein Zusammenschluss von Betrieben, die unter Nutzung der anfallenden Wärme ihrer Biogasanlagen Fisch produzieren. Aber auch regionale Gaststätten sowie private Kunden will der Sukower mit Wels versorgen. Deshalb wird auch gleich ein Hofladen in der Halle errichtet, den Solterbecks Frau Alexandra betreut. Neben dem Afrikanischem Wels werden dann auch andere hei mische Produkte wie Spargel und Kartoffeln angeboten. Um den Kunden einen kleinen Einblick in die Aufzucht der Welse zu ermöglichen, können sie im Hofladen einen Blick in die Aufzuchtbecken werfen - durch eine Glasscheibe.

Auf den Gedanken, eine Welsfarm zu errichten, kam Kay Solterbeck durch seinen Sohn Kim. Der 22-Jährige hatte während der Ausbildung zum Landwirt im Kreis Güstrow bereits eine Welsfarm kennen gelernt. Die Idee fanden beide gut, zumal hier gleich die Abwärme der Biogasanlage sinnvoll genutzt werden kann. Und ein weiterer Gesichtspunkt spielt eine wichtige Rolle. Kay Solterbeck: "Fisch ist gefragt. Die Fischbestände der Meere aber schrumpfen. Der Ausbau von Aquakulturen kann helfen, den Bedarf an Frischfisch zu decken. Uns erscheint dieses Projekt sinnvoll und betriebswirtschaftlich auch umsetzbar."

Ursprünglich wollte der Sukower seine Welsfarm schon Ende vorigen Jahres fertig haben. Aber der Bau hatte sich verzögert.

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