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Schweriner Mordfälle : Suche nach den Tätern geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spektakuläre Kriminalfälle in Schwerin – heute: Die Mörder von Claudia Lade und Antje Mundstock wurden bislang nicht gefasst

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Mord und Totschlag, Raub und Erpressung, Entführungen und spurloses Verschwinden – auch in Schwerin sind in der Vergangenheit spektakuläre Kriminalfälle passiert. So wie die der beiden ermordeten Frauen Claudia Lade und Antje Mundstock.

Der Schweriner See. Ein 61 Quadratkilometer großes Gewässer, das Einheimische und Touristen anlockt. Die idyllische Umgebung wird von Radfahrern und Spaziergängern geschätzt. Doch der See kann auch Schauplatz grausiger Ereignisse sein. 1991 wurden an seinem Ufer innerhalb von zwei Wochen zwei Frauenleichen entdeckt – beide Frauen waren jung, hatten mittellanges blondes Haar und wurden erwürgt. Die Angst vor einem Serientäter ging um.

Claudia Lade studierte an der Pädagogischen Fachschule in Schwerin. Den Abend des 30. Juni verbrachte sie in der Diskothek „Offline“ auf dem Großen Dreesch. Heute ist der Freizeittreff „bus stop“ in dem Gebäude. Gegen 1.30 Uhr machte sich die 17-Jährige auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Dann verlor sich ihre Spur, die junge Frau wurde nie wieder gesehen. Am nächsten Morgen entdeckten Spaziergänger ihre Leiche in Raben Steinfeld am Ufer des Schweriner Sees in der Nähe einer Badestelle.

Die Kripo nahm sofort die Ermittlungen auf, fand an der Straße einen Ohrring von Claudia. Die Theorie von einer gewaltsamen Entführung kam auf, doch Zeugen wurden dafür nicht gefunden. Der einzige Hinweis für die Ermittler: Um die Disko soll in der Tatnacht auffällig oft ein blauer Trabant 601 gefahren sein. Angeblich habe der Fahrer Mädchen angesprochen, so die Zeugen. Doch die Fahndung nach dem „Trabi-Mörder“ blieb erfolglos.

Zwölf Tage später war das Ufer des Schweriner Sees erneut Schauplatz eines grausigen Fundes. Diesmal entdeckten Spaziergänger in Zippendorf in der Nähe eines Stegs die Leiche einer jungen Frau – halbbekleidet und erwürgt. Das Opfer war Antje Mundstock, eine Verkäuferin aus Schwerin. Doch zuletzt gesehen wurde sie in Crivitz. Dort wollte sie eigentlich den Abend des 12. Julis mit ihrem Freund verbringen. Auf der Fahrt in die Heimat des Freundes geriet das Pärchen in einen Streit. Die 19-Jährige besuchte deshalb eine Freundin, die etwas außerhalb von Crivitz wohnte, verabredete sich aber mit ihrem Freund für den späten Abend. Treffpunkt sollte die Disko im Kulturhaus sein. Dort kam sie aber nie an.

Die Polizei fand Zeugen, die die junge Frau auf dem Weg zum Kulturhaus gesehen haben. An einer Straßenbiegung verloren sie sie jedoch aus den Augen, als die Zeugen um die Ecke bogen, war sie verschwunden. Die Fahnder vermuteten, dass Antje zu einer ihr bekannten Person ins Auto gestiegen sei, anders könne das plötzliche Verschwinden kaum erklärt werden.

Die Ermittlungen in beiden Mordfällen liefen auf Hochtouren. Die Polizei schloss einen Doppelmord relativ schnell aus, da am Hals der Frauen unterschiedliche Würgemale entdeckt wurden. Fehler erschwerten die Ermittlungen. Um die Leiche von Antje vor den neugierigen Blicken zu schützen, warf ein Polizist eine verstaubte Wolldecke über die tote Frau. Tausend fremde Faserspuren konnten nicht mehr von den Spuren des Täters unterschieden werden. Ein verurteilter Frauen-Mörder, der zum Zeitpunkt des Verschwindens von Antje auf Hafturlaub in Crivitz war, konnte ein Alibi vorweisen.

Auch zwanzig Jahre später konnte die Berichterstattung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“ keine entscheidenden Hinweise liefern. Die Suche geht weiter.

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