Großraumschau in Schwerin : Suche nach dem Schachfeld

Der Platz am Beutel kommt aus städtebaulicher Sicht nicht für Großraumschach in Frage.
Der Platz am Beutel kommt aus städtebaulicher Sicht nicht für Großraumschach in Frage.

Königsspiel in der Innenstadt: Standort und Finanzierung sind völlig offen

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12. Juni 2017, 23:34 Uhr

Seit Anfang des Jahres – nach einem Beschluss der Stadtvertretung – hat die Verwaltung geprüft, ob in der Stadt eine Großraumschachanlage installiert werden kann. Das Ergebnis liegt jetzt vor, fällt aber eher negativ aus. Die Aktion Stadt und Kulturschutz (ASK) hatte vorgeschlagen, den Denksport auf dem Platz am Beutel zu etablieren. Prinzipiell ginge das, so die Verwaltung. Allerdings müssten „präzise Standorte“ festgelegt werden, weil dort auch andere Veranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus seien „städtebauliche Aspekte zu berücksichtigen“. Das Pflaster müsste aufgenommen und das Schachfeld „exakt eingepasst werden“. Und das würde kosten. „Gestalterisch ist die Lösung im homogenen und hochwertigen Erscheinungsbild des Platzes fragwürdig“, so die Stadtverwaltung. Gleiches gelte für den Bertha-Klingberg-Platz.

Auf der Schwimmenden Wiese hingegen könnte ein Schachfeld installiert werden. Nur wohin mit den Figuren, wenn nicht gespielt wird? Eine von der ASK vorgeschlagene Fahrradbox scheidet nach Aussage der Verwaltung aus gestalterischen Gründen aus. Möglich wäre die Lagerung im Trafo-Haus. Nur wer gibt den Schlüssel aus? Und wer beaufsichtigt den ordnungsgemäßen Gebrauch des Spiels?

Auch auf dem Markt gäbe es offenbar jede Menge Probleme mit einem Schachfeld. Ein mobiles Schachfeld müsste von der Tourist-Information ausgeliehen werden – die sieht sich dafür aber personell nicht in der Lage. Außerdem wird der Markt für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt – Schachspielen wäre nur zeitweise möglich. Das Kulturbüro in der Puschkinstraße hingegen würde durchaus das Schachspiel ausleihen. Doch wo soll dort gespielt werden?

Neben der ASK machen auch die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Standortvorschläge: den Heckengarten im südlichen Schlossgarten, die Parkanlage Bleicher Ufer, die Grünanlage „Bärenkinder“ in der Weststadt und die Hafenpromenade am Ziegelinnensee. Doch unabhängig von all diesen Überlegungen sind die Kosten bzw. Finanzierung für ein Großraum-Schachfeld ungeklärt. „Seitens der Landeshauptstadt können die finanziellen Mittel hierfür nicht aufgebracht werden“, so die Verwaltung. Deshalb wurden die Schachfreunde Schwerin wegen einer etwaigen Unterstützung angefragt. Doch der Verein hat der Stadt gar nicht erst geantwortet.

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