Babyboom : Sturm-Tief sorgt für Geburten-Hoch

Gruppenfoto mit Seltenheitswert: Sophie Marie, Max, Lotte,  Richard und Leander wurden am Sonnabend in Crivitz geboren. Sonntagskind David komplettiert das halbe Dutzend.
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Gruppenfoto mit Seltenheitswert: Sophie Marie, Max, Lotte, Richard und Leander wurden am Sonnabend in Crivitz geboren. Sonntagskind David komplettiert das halbe Dutzend.

Nach dem Unwetter erblickten im Crivitzer Krankenhaus fünf Kinder das Licht der Welt und gestern folgte die 400. Geburt des Jahres

svz.de von
09. Dezember 2013, 23:35 Uhr

Sturm-Tief Xaver geht für fünf Familien als Glücksbringer in die Geschichte ein. Denn nachdem sich das Unwetter gelegt hatte, erblickten am Sonnabend Sophie Marie, Max, Lotte, Richard und Leander das Licht der Welt im Crivitzer Krankenhaus. „Dass wir so viele Geburten an einem Tag haben, kommt schon mal vor, aber sehr selten“, erzählt Ulrike Horsmans. Die Hebamme glaubt zwar nicht, dass das Geburten-Hoch direkt auf das Sturm-Tief zurückzuführen ist. Aber von Ruhe nach dem Sturm konnte in der gynäkologischen Abteilung des Crivitzer Krankenhauses wahrlich nicht die Rede sein. „Doch das hat keinen der Beteiligten gestört. Denn nicht nur für die Familien, auch für uns Mitarbeiter ist jede Geburt etwas ganz Besonderes“, unterstreicht Dr. Heide Beck. Prompt gab es tags darauf noch ein Sonntagskind. David blieb an diesem Tag aber das einzige Neugeborene in Crivitz.

Sieben Minuten nach Mitternacht - und damit schon am Montag – ging es aber gleich weiter. Pepe wollte nicht länger warten und kam ein paar Tage früher als erwartet zur Welt. Und auch der kleine Junge aus Holzendorf bei Brüel hat einen Ehrenplatz in der Chronik des Krankenhauses für das Jahr 2013 sicher. „Das war die 400. Geburt in diesem Jahr, unser 401. Kind“, berichtet Dr. Beck. Denn vor ein paar Wochen gab es eine Zwillingsgeburt in Crivitz, so kommt diese Abweichung in der Statistik zustande. Dr. Beck überreichte gestern Nachmittag Pepes Mutter, Andrea Adamoschek, einen großen Blumenstrauß im Namen der Klinikleitung und der gesamten Belegschaft. Die 34-jährige Mutter fühlt sich im Crivitzer Krankenhaus bestens umsorgt. Dennoch will sie so schnell wie möglich nach Hause. Schließlich wollen auch ihr Partner René Waclawek (42) und die beiden Söhne Domenik (15) und Moritz (8) den vierten Mann zu Hause haben.

Die beiden großen Jungs sind übrigens nicht in Crivitz, sondern in Wismar geboren worden. Denn die Familie lebte bis vor kurzem im Grevesmühlen, zog erst nach Holzendorf. „Die Kliniken sind nicht zu vergleichen“, berichtet Andrea Adamoschek. „Wismar ist viel größer. In Crivitz ist alles sehr ruhig und beschaulich. Hier fühlt man sich wie in einer großen Familie.“ Das hatte die 34-Jährige zuvor bereits von einer guten Freundin gehört, die erst vor einem halben Jahr in Crivitz entbunden hatte. „Danach war ich hier zur Kreißsaal-Besichtigung und habe mich sofort für Crivitz entschieden.“

Im Nachhinein war diese Entscheidung noch aus einem weiteren Grund sehr gut: Denn Pepe hatte es letztlich sehr eilig. Er kam nicht nur ein paar Tage vor dem errechneten Termin. „Sonntagabend gegen 22 Uhr habe ich gemerkt, dass es losgeht“, erzählt die nunmehr dreifache Mutter. Gegen 23.30 Uhr war sie gemeinsam mit ihrem Partner im Crivitzer Krankenhaus angekommen. Eine gute halbe Stunde später war Pepe da. „Eine Bilderbuch-Geburt“, freut sich Dr. Beck. Mutter und Kind sind wohlauf. Der Kleine ist schon 49 Zentimeter groß und bringt 3040 Gramm auf die Waage.

Pepe wird nun genauso wie Sophie Marie, Max, Lotte, Richard, Leander und David auf der Geburtshilfestation von Müttern und Pflegern liebevoll umsorgt. Dass hier derzeit viele Bettchen belegt sind, stört keinen. „Wenn wir kein Kind da hätten, das wäre traurig“, betont Ulrike Horsmans. Doch die „Gefahr“ ist ist eher gering. Laut Statistik kommt in Crivitz an jedem Tag ein Kind zur Welt – und an einigen auch zwei oder mehr. Die 400er-Grenze jedenfalls wurde 2013 schon früher überschritten als in den Vorjahren. Und selbst ohne die Hilfe eines weiteren Sturm-Tiefs dürften es mehr Babys werden als die 411 Geburten mit 412 Kindern von 2012 und die 407 Geburten und Kinder von 2011.

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