Pinnower erklimmen Berliner Hochaus : Stufe für Stufe zum eigenen Erfolg

Haben hunderte Treppenstufen nicht nur in Berlin gemeistert:  Johannes Körner, André Winkelmann, Gerald Pallhauf, Florian Schack, Benjamin Kliefoth, Kai Willhöft (v.l.)
Haben hunderte Treppenstufen nicht nur in Berlin gemeistert: Johannes Körner, André Winkelmann, Gerald Pallhauf, Florian Schack, Benjamin Kliefoth, Kai Willhöft (v.l.)

Sechs Pinnower Brandschützer starten beim Berliner Treppenlauf – auch ohne Siegermedaille sind sie alle Gewinner

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13. Mai 2017, 12:00 Uhr

Nur 5:41 Minuten haben die beiden Polen für die 770 Treppenstufen gebraucht – und das in voller Montur. So richtig kann Benjamin Kliefoth immer noch nicht fassen, wie die Konkurrenten aus dem Nachbarland das geschafft haben. Denn er und sein Kompagnon Gerald Pallhauf vom Pinnower Team „Stairway Virgins“   brauchten 12:46 Minuten, um das Hochhaus am Berliner Alexanderplatz zu erklimmen. Aber wie der jungfräuliche Name des Teams schon verrät, sind beide zum ersten Mal beim Feuerwehr-Treppenlauf dabei. „Die anderen aus der Wehr haben uns ja gesagt, dass es kein Spaziergang wird. Mit Worten ist dieser Kraftakt wirklich nicht zu beschreiben“, sagt der 32-Jährige.

Ganz ohne Übung ist die Aufgabe nicht zu meistern. Dafür haben sich die sechs Pinnower Feuerwehrkameraden ein Schweriner Hochhaus auserkoren. Jeden Montag sind sie zur Martin-Luther-King-Straße, um dort das Erklimmen der Stufen zu trainieren. „Das waren allerdings immer nur zehn Stockwerke. Wir mussten dann viermal hoch und runter, um auf die Berliner Verhältnisse zu kommen“, erklärt der Pinnower Brandschützer. Kliefoth lässt nicht unerwähnt, dass man dabei schon sehr an seine Grenzen kommt. „Die Lunge pfeift. Das tut wirklich weh. Aber man will es unbedingt schaffen, schließlich hatten wir uns angemeldet“, erklärt der Pinnower Wehrführer. Der innere Schweinehund sei sehr anhänglich, doch der Ehrgeiz der Männer war stärker.

Denn auch das Team „Feuerwehrpfeifen“ mit Florian Schack und Kai Willhöft absolvierten die 770 Stufen mit Bravour in 11:39 Minuten. Und das Duo „The Fast Spatter“ mit Johannes Körner und André Winkelmann schafften den Hochhaus-Sprint sogar in 9:22 Minuten. Alle sechs Brandschützer, zwischen 28 und 42 Jahren, starteten in der Kategorie „Youngster“. Das wollen sie dann auch im nächsten Jahr wieder tun. Allerdings ist dafür nicht wieder nur ein hartes Training und körperliche Fitness vonnöten, sondern Grundvoraussetzung sind schnelle Finger auf den Tasten: „Du hast genau 90 Sekunden, um dich anzumelden und alle Daten in die Maske einzutragen“, erklärt Benjamin Kliefoth und ergänzt: „Das ist schwieriger als Karten für ein Depeche-Mode-Konzert zu bekommen.“ Fast noch schwieriger als der Treppenlauf, meint Kliefoth mit einem Augenzwinkern. Doch die Pinnower wollen auch 2018 wieder die 770 Stufen des Berliner Hochhauses erklimmen. Und wenn es dann wieder nichts mit einem der ganz vorderen Plätze wird, sei das nicht tragisch. „Unser Erfolg ist das Ankommen. Das haben wir geschafft, und das ist die Hauptsache“, betont der junge Familienvater.

Und noch eines haben sich die Pinnower Brandschützer bewiesen: „Wir sind für den Einsatz gewappnet, denn wer das schafft, der kann auch im Ernstfall durchziehen“, schiebt er hinterher. Immerhin wiege die Ausrüstung allein mehr als 80 Kilogramm. „Alle Stufen schafft man auch nicht in einem Ritt. Nach zehn Stockwerken ist eine Pause Pflicht – sonst wird das nämlich nichts“, weiß Kliefoth aus eigener Erfahrung.

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