3 Strategien : Studentenzahl soll sich verdoppeln

Jennifer und Svenja (r.) studieren Hotelmanagement am „Baltic College - FHM Schwerin“ und wollen Erlerntes gern in der Praxis anwenden.
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Jennifer und Svenja (r.) studieren Hotelmanagement am „Baltic College - FHM Schwerin“ und wollen Erlerntes gern in der Praxis anwenden.

Uni-Debatte in Schwerin geht weiter: Wirtschaft und Förderverein setzen sich für 2250 Hochschulplätze ein und stellen Strategien vor

svz.de von
07. November 2014, 08:00 Uhr

In Schwerin haben gestern 71 chinesische Studenten an der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) ihr Studium aufgenommen. Für Wirtschaft und Förderverein ein weiterer Schritt, um den Bildungsstandort zu stärken, auch wenn es kaum Chancen für eine Universität in Schwerin gibt (SVZ berichtete). „Wir wollen, dass im Jahr 2020 rund 2250 Studenten in der Stadt lernen“, sagt Dr. Joachim Wegrad, Vorsitzender der Förderer von Hochschulen in Schwerin. Bislang würden rund 800 Menschen in Schwerin studieren – Tendenz jährlich steigend. An der FHM sind demnach 280 Studenten eingeschrieben, 2016 sollen es schon 500 werden. Die Hochschule der Agentur für Arbeit weist zurzeit 320 Hochschüler aus. Ihre Anzahl soll auf 600 steigen. Die Designhochschule bietet 60 Studienplätze an. Und unter dem Dach des Schweriner Studienzentrums der Hamburger Fern-Hochschule lernen rund 90 junge Leute. Dabei kommen etwa 85 Prozent aller Studenten in Schweringar nicht aus MV. „An der FHM stammen rund 40 Prozent der Eingeschriebenen aus dem Ausland“, fügt Joachim Wegrad hinzu. Und wie sollen sich die Studentenzahlen bis 2020 verdoppeln? Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Förderverein verfolgen dafür drei große Strategien.

Duale Ausbildung

Die Wirtschaft will die duale und akademische Ausbildung stärken. „Berufliche Ausbildung ist keine Sackgasse, sondern die Grundlage für eine akademische Weiterbildung“, sagt Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Ein erster Schritt ist der berufsbegleitende Studiengang für Wirtschaftsmanagement, den die Handwerkskammer unterstützt. Die Kammern wollen auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar verbessern und streben eine stärkere Kooperation mit der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein an.

Abschlüsse anerkennen

„Die Landespolitik muss dafür sorgen, dass berufliche Abschlüsse an Hochschulen mehr Anerkennung erfahren“, so Peter Todt, IHK-Bereichsleiter der Aus- und Weiterbildung. Neu entwickelte Abschlüsse bräuchten zu lange für die Anerkennung.

Private fördern

„Das Land muss private Hochschulen genauso vermarkten wie öffentliche“, fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach. Das Bildungsministerium müsse sein Konzept anpassen.

Übrigens: Die Möglichkeiten für eine Uni in Schwerin hatte schon Anfang der 90er-Jahre eine eigens gegründete Gesellschaft ausgelotet. Ihr Fazit: Die Stadt kann sich ein solches Projekt nicht leisten. Die Gesellschaft löste sich wieder auf.

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