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Zu viele Katzen : Streuner-Plage in Raben Steinfeld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sternberger Tierschutzverein bietet Hilfe bei der Kastration an – Einwohner und Katzenfreunde hoffen auf finanzielle Unterstützung

Das Gestrüpp schulterhoch zwischen den eingefallenen Schuppenmauern und im Haus ist auch schon seit Jahren niemand mehr gewesen. Dennoch regt sich Leben auf dem Grundstück an der Peckateler Straße – Katzenleben. Weit mehr als ein Dutzend Tiere haben sich das verwahrloste Areal erobert, hausen dort. Mehr oder minder unbemerkt. Denn für Anwohner sind die Streuner schon seit einigen Jahren ein Problem. Es gibt nämlich niemanden, der sie dort füttert, die Katzen nutzen den Hof als Rückzugsort. Zur Futtersuche strömen sie dann auf die benachbarten Grundstücke aus. „Es ist eine wahre Plage. Sobald wir ein Fenster öffnen, sitzen sie auf dem Sims und betteln um Futter“, erklärt eine direkte Nachbarin. Und auch auf der anderen Straßenseite ist das Problem schon lange bekannt. „Ich habe bereits drei Katzen bei mir aufgenommen, sie kastrieren lassen und füttere sie auch“, sagt Doreen Kohler. Sich aber auch um die anderen Katzen zu kümmern, das schafft sie nicht: „Es sind einfach zu viel und wir befürchten, es werden immer mehr.“ Auf Hilfe von der Gemeinde oder dem Ordnungsamt des Amtes hofften sie bislang vergebens. „Es ist einfach nicht genügend Geld da, um alle kastrieren zu lassen und so wenigstens das Nachwuchsproblem aus der Welt zu schaffen“, sagt Doreen Kohler. Vor wenigen Tagen hat sie sich dann an den Tierschutzverein in Sternberg gewandt. Von dort gab es positive Signale. „ Wir würden gern helfen, haben auch noch einmal mit den Behörden gesprochen, doch ohne Hilfe aus der Bevölkerung wird es nicht klappen , sagt Juliane Mathes vom Tierschutzverein Sternberger Seenland.

Das Problem ist im Amt Crivitz bekannt. Eine Lösung könne die Behörde aber nicht anbieten: „Das Geld, was das Amt dafür eingeplant hat, reicht nicht aus, um auch solche Sorgen zu lösen. Wir haben bereits die Mittel erhöht – mehr geht nicht“, sagt der Crivitzer Ordnungsamtsleiter Hartmut Paulsen.

Völlig zugewuchert  ist das Grundstück, auf dem die Vierbeiner einen ruhigen Unterschlupf gefunden haben.
Völlig zugewuchert ist das Grundstück, auf dem die Vierbeiner einen ruhigen Unterschlupf gefunden haben. Foto: Katja Müller
 

Nun wollen die Sternberger Vereinsmitglieder den Raben Steinfeldern helfen, stellen Fallen zur Verfügung und organisieren die Fahrten zum Tierarzt für die Kastration. Einziger Knackpunkt der Hilfsaktion: Es sind Spenden nötig, um die Kastration zu bezahlen. „Nachdem wir nun mehrfach das Areal aufgesucht und mit Anwohnern gesprochen haben, liegen die ersten Schätzungen für die Aktion bei 1800 Euro. „Das sind die reinen Kosten für die Kastration – alles andere drum herum wird ehrenamtlich durch die Vereinsmitglieder geleistet“, betont Juliane Mathes. Der Verein würde sich nicht nur um den Transport zum Tierarzt, sondern auch um die Nachversorgung in der ersten Nacht kümmern sowie die Tiere einmal von Parasiten befreien. Spendengelder würden ausschließlich für die Kastrationskosten beim Tierarzt genutzt. Die Einwohner haben bereits gesammelt, doch das allein reiche nicht aus. „Sobald wir die ersten 500 Euro zusammenhaben, fangen wir an“, erklärt Silke Thiel. Auch sie ist Mitglied im Sternberger Tierschutzverein und weiß um das Problem. Leider, so sagt sie, ist das in der Region kein Einzelfall. Der Verein könne sich nicht um alles gleichzeitig kümmern, arbeite aber nach und nach ab. „Wir füttern die Katzen jetzt schon mal, so dass wir sie nachher auch mit Hilfe der Fallen fangen und zum Kastrieren bringen können“, erläutert Thiel das Prozedere.

Doch was passiert dann? Auch darüber haben sich die Tierschützerinnen gemeinsam mit den hilfsbereiten Anwohnern Gedanken gemacht. „Es sind wilde Katzen, die können nicht in Familien vermittelt werden“, gibt Juliane Mathes zu bedenken. Und so ist es der Plan des Vereins, die kastrierten Katzen wieder zurückzubringen, sie dann aber umzusiedeln. „Wir haben mit dieser Methode schon gute Erfahrungen gemacht und wenn sie erst einmal kastriert sind, können sie sich nicht mehr vermehren – jedenfalls nicht untereinander“, fügt sie hinzu. Doch zunächst sei es an den Raben Steinfeldern und Tierfreunden aus der Region, Geld fürs Kastrieren zu spenden. „Wir sind ein eingetragener Verein, der Spendenquittungen ausstellt“, betont sie.

>> www.tierschutzverein-sternberg.de

 

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erstellt am 15.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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