zur Navigation springen

Helios-Klinik räumt Fehler bei Betreuung einer Demenz-Patientin ein : Stress in der Notaufnahme

vom

"Wie kann es sein, dass ein alter, kranker Mensch so allein gelassen wird und eine Politik der Verbarrikadierung stattfindet, die den Angehörigen nur das Gefühl der Ohnmacht und der Geheimniskrämerei vermittelt?

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2013 | 06:54 Uhr

Lewenberg | "Wie kann es sein, dass ein alter, kranker Mensch so allein gelassen wird und eine Politik der Verbarrikadierung stattfindet, die den Angehörigen nur das Gefühl der Ohnmacht und der Geheimniskrämerei vermittelt?" Es ist ein starker Vorwurf, den Erika Maiwald (Name von der Redaktion geändert) in einem Brief an die Schweriner Helios-Kliniken erhebt. Ihre hochgradig demenzkranke Mutter war im August wegen schlechter Blutwerte in der Notaufnahme aufgenommen worden. Vier Stunden lang habe sie vor Ort vergeblich auf eine Information zum Gesundheitszustand ihrer Mutter gewartet, obwohl sie sich von Anfang an als Bevollmächtigte der 84-Jährigen zu erkennen gegeben habe, berichtet Maiwald. "Ich wartete in der Hoffnung, zu ihr zu kommen, um zu beruhigen und als einzige Vertraute bei ihr zu sein." Auch habe sie auf die bestehende Patientenverfügung hinweisen wollen, so die Tochter. "Sehr zu meiner Verwunderung wurde ich mit diesem Ansinnen von der Anmeldekraft abgewimmelt."

Christian Becker, Leiter der Helios-Unternehmenskommunikation in der Region Nord-Ost, bedauert den Vorfall. Zugleich versichert er, dass die Mutter von Erika Maiwald nach ihrer Aufnahme in der Klinik ständig mit dem me dizinisch Notwendigen versorgt gewesen sei. "Die Patientin war auch zu keinem Zeitpunkt allein", betont Becker. Die "Inform ationsübermittlung" an die Tochter sei aber im Rückblick "nicht gut gelaufen", räumt der Helios-Sprecher ein. In einem Gespräch zwischen Erika Maiwa ld und der Leiterin des Klinik-Beschwerde managements sei der Sachverhalt inzwischen ausgewertet worden. "Das Gespräch verlief in einer sehr sachlichen Atmosphäre", schildert Becker, der auf Transparenz setzt. Helios nehme die Kritik zum Anlas s, die Ab läufe in der Notaufnahme noch einmal auf den Prüfstand zu stellen .

In ihrem Brief an die Helios-Kliniken beschreibt Erika Maiwald das Mana gement in der Notaufnahme als "überarbeitungsbedürftig". Dass sie als anwesende, gesetzlich bestellte Betreuerin ihrer Mutter nicht sofort über die me dizinischen Maßnahmen informiert worden sei, könne sie nicht akzeptieren. Bei aller Kritik spart Maiwald in ihren Schreiben aber auch nicht mit Lob für das Team der Krankenhaus-Station , auf der ihre Mutter dann gelegen habe. Alle Schwestern seien "sehr entgegenkommend und voller Verständnis" gewesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen