Schwerin ändert VerkehrsOrdnung : Streit ums Parken im Mittelweg

Zwei Meter breit ist der markierte Gehweg im Mittelweg jetzt. Die Fahrbahn soll durch parkende Autos nicht weiter eingeengt werden.
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Zwei Meter breit ist der markierte Gehweg im Mittelweg jetzt. Die Fahrbahn soll durch parkende Autos nicht weiter eingeengt werden.

Nach Verbot: Kleingärtner sprechen von einem „Schildbürgerstreich“ der Stadt

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25. April 2017, 21:00 Uhr

„Ich begreife das nicht“, sagt Heinz Seewald (Name von der Redaktion geändert). Jahrelang ist der Rentner aus der Weststadt mit dem Auto zu seinem Garten in der Anlage am Mittelweg gefahren, hat seinen Wagen in der Straße abgestellt. Doch seit einer Weile ist der Stellplatz vor dem Eingang zum Garten verschwunden: Halteverbot. An die zehn Schilder hat die Stadt auf den wenigen hundert Metern zwischen Gosewinkler Weg und Vorwärts-Areal aufgestellt. „Ein echter Schildbürgerstreich“, sagt Seewald.

Autos dürfen den Mittelweg nur noch in einer Richtung befahren.
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Autos dürfen den Mittelweg nur noch in einer Richtung befahren.

Heiko Hawel vom Fachdienst Verkehrsmanagement der Stadt redet nicht um die Fakten herum, sieht aber die Kommune klar im Recht. Im Mittelweg sei das Parken am Fahrbahnrand nur noch in drei kleinen Bereichen gestattet. Statt der bislang rund 50 Plätze gäbe es lediglich noch etwa die Hälfte, so Hawel. Die Stadt habe die Situation in der Straße neu geordnet, um insbesondere die Sicherheit für die Fußgänger zu erhöhen, darüber auch im Vorfeld informiert. So gäbe es im Mittelweg jetzt einen abgetrennten Gehweg, der größtenteils eine Breite von zwei Meter habe, erklärt der Verwaltungsmitarbeiter. Für die Fahrbahn blieben dadurch nur noch drei bis dreieinhalb Meter – und die sollen durch parkende Autos nicht noch weiter eingeengt werden. Mehr noch: Um zu verhindern, dass sich zwei Wagen begegnen, habe die Stadt den Mittelweg an der Stelle zur Einbahnstraße gemacht.

Doch die Verwaltung gibt sich kompromissbereit, zeigte bei einem Vororttermin Verständnis für die Sorgen der überwiegend älteren Kleingärtner. „Möglicherweise können auf der Gartenanlage selbst Stellflächen für Autos geschaffen werden“, sagt Hawel. Vielleicht sei es auch möglich, Hecken am Fahrbahnrand zu versetzen, um Raum für Parkplätze zu schaffen.

„Der Ortsbeirat wird das Thema noch mal wieder auf die Tagesordnung setzen“, kündigt Vorsitzende Susanne Herweg an. Heinz Seewald hat für sich schon eine Not-Lösung gefunden: „Ich habe mir ein Mofa zugelegt.“

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