zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 03:30 Uhr

Verkehrsproblem : Streit um Umleitungsverkehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadtplaner favorisieren für Zeit des Abrisses und Neubaus der Brücke Wittenburger Straße Weg über Voßstraße, Ortsbeirat über Reiferbahn

von
erstellt am 19.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Insgesamt 4,65 Millionen Euro soll die neue Brücke Wittenburger Straße kosten. Das jetzige Bauwerk zählt zu den Konstruktionen, bei denen von Korrosion gefährdeter Spannstahl verwendet wurde. Verschärft werde dieses Problem durch eine nach heutigen Erkenntnissen zu schwach bemessenen Querbewehrung der 1968 gebauten Betonbrücke. Der Planungsprozess ist laut Baudezernent Bernd Nottebaum weit vorangeschritten, eine Bauzeit von etwa zehn Monaten veranschlagt. Derzeit gehen die Planer davon aus, dass die neue Brücke Ende nächsten Jahres steht. Die Deutsche Bahn kann im Übrigen an den Kosten nicht beteiligt werden.

Geplant ist es, nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Straßensanierung Wittenburger Straße zwischen Obotritenring und Einmündung Friedensstraße den zweiten Bauabschnitt von der Friedensstraße bis zur Brücke zeitgleich mit der Brückenerneuerung zu erledigen. Während dieser Bauphase müsste die Straßenbahn voraussichtlich wieder ähnliche Umleitungen fahren, wie in den Monaten während der Bauarbeiten rund um den Marienplatz. Der Fahrzeugverkehr müsste auch umgeleitet werden, was vor allem angesichts der Zufahrt zum Schlosspark-Center zusätzliche Herausforderungen darstellt. Und genau da liegt momentan das Problem.

Zwar sind nach Auskunft von Baudezernent Nottebaum mehrere Varianten des Umleitungsverkehrs noch in der Prüfung. Seine Planer favorisieren aber, den Fahrzeugstrom über die Voßstraße zu lenken. Und das trifft vor allem beim Ortsbeirat auf wenig Gegenliebe.

„Die geplante Umleitung während der Bauphasen durch die Voßstraße sollte dringend unterlassen werden. Insbesondere wegen der Fritz-Reuter-Schule sollte kein weiterer Verkehr in die Straße geleitet werden. Stattdessen bietet sich die Reiferbahn, die keine dicht bebaute Wohnstraße ist, als großräumige Umleitung an“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Steffen Wehner. „Für die Zeit der Sperrungen in der Wittenburger Straße während der Bauphase sollte die Reiferbahn auch aus Richtung Wallstraße kommend hin zur Wittenburger Straße geöffnet werden. Mit dieser ausgeschilderten Umleitung vermeidet man, dass der Verkehr Schleichwege durch die Sand-, Voß-, Von-Thünen-Straße usw. in Richtung Innenstadt sucht.“

Der Ortsbeirat kritisiert zudem die generelle Sanierungsplanung für die Wittenburger Straße. Kritikpunkt ist vor allem, dass zu wenig für Radfahrer getan werde. „Der von der Verwaltung lakonisch zur Schau gestellte Fatalismus, mit dem man feststellt, die Straße habe lediglich einen Querschnitt von 6,50 Meter und die Situation für den Radverkehr würde ja bereits durch die neue Qualität der Fahrbahnoberfläche besser, ist bedauerlich“, sagt Wehner.

Der Ortsbeirat fordert deshalb einen markierten Fahrradstreifen in Fahrtrichtung bergauf. Und: „Zum Schutz der Radfahrer und der Anwohner müssen bauliche Vorkehrungen getroffen werden, um Tempo 30 zu garantieren“, so der Ortsbeiratsvorsitzende. „Dazu sollten im Verlauf der Wittenburger Straße Aufpflasterungen erfolgen, die jedoch nicht die volle Spurbreite benötigen – so genannte Berliner Kissen. Dann können Busse und Lkw mit größerer Spurbreite die Aufpflasterungen einfach überfahren, da die Erhöhung zwischen den Rädern liegt. Gleichzeitig ist die Aufplasterung so weit vom Gehweg entfernt, dass auch Radfahrende daran vorbei kommen und nicht darüber fahren müssen. Pkw jedoch sind gezwungen abzubremsen, weil diese mit mindestens einem Rad darüber fahren müssen.“

Die Brückensanierung ist morgen von 18.30 Uhr im Stadthaus, Raum 4021, erneut Thema im Ortsbeirat. Gäste sind willkommen.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen