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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 11:01 Uhr

Verkehr in Schwerin : Streit um Grünen Abbiegepfeil

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ortsbeirat Altstadt will das Einbiegen von der Schliemannstraße auf die Werderstraße erleichtern, doch Verwaltung sträubt sich

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Autofahrer, die aus der Schliemannstraße kommen und auf die Werderstraße Richtung Schloss einbiegen wollen, müssen minutenlang an der Ampel warten, selbst wenn kein Auto auf der Werderstraße unterwegs ist. „Das nervt und es ist auch für die Umwelt nicht gut, wenn die Autos mit laufenden Motoren so lange warten müssen“, sagt Stephan Haring. Ein Grüner Pfeil für Rechtsabbieger an der Ampel wäre eine einfache Lösung, findet der Schweriner Unternehmer.

Das sieht der Ortsbeirat Altstadt-Paulsstadt-Feldstadt genauso, den Haring schon vor Jahren für seinen Vorschlag begeistern konnte. Nicht jedoch die Stadtverwaltung. Die Verkehrsbehörde hat Sicherheitsbedenken. Das dokumentiert auch ein umfangreicher Schriftverkehr zwischen Verwaltung und Ortsbeirat.

Geert Böcker, Leiter der Fachgruppe Verkehrsplanung, erläutert die Gründe, warum an der Einmündung der Schliemannstraße in die Werderstraße nicht einfach ein grüner Rechtsabbiegepfeil angebracht werden kann: „Das Hauptproblem an dieser Stelle ist die Sicherheit der Radfahrer. Die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung besagt, dass der Fahrradverkehr kritisch in Betracht zu ziehen ist, selbst wenn die Radfahrer auf der falschen Straßenseite fahren. Und das ist an dieser Stelle nicht unerheblich so.“

Stephan Haring hält dagegen: „Eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch die Anbringung eines Grünpfeils kann ich nicht erkennen. Die Kreuzung ist von der Haltelinie aus sehr gut einsehbar. Meines Erachtens ist auch ein gelb blinkendes Warnzeichen vorhanden, wenn die durch den Abbiegevorgang zu kreuzende Fußgängerampel auf Grün schaltet“, argumentiert Haring. Außerdem gelte auf der Werderstraße Tempo 30, so dass auch von links kommende Fahrzeuge nicht unerwartet plötzlich auftauchen und zur Gefahr werden können. Und von starkem Fußgängerverkehr könne an der Stelle keine Rede sein. Denn Bus- und Autoreisende, die auf dem Großparkplatz Grüne Straße parken, nutzen den Ampelübergang am Großen Moor.

Die Verkehrsbehörde will vor einer Entscheidung aber verlässliche Zahlen haben. Deshalb hat sie vor acht Wochen eine dreistündige Verkehrszählung in dem Bereich durchgeführt. Ergebnis: 13 Radfahrer fuhren auf der Werderstraße auf dem Radweg auf der falschen Seite von Süd nach Nord, während 65 ordnungsgemäß längs der Werderstraße von Nord nach Süd radelten. Da es an dem Tag aber geregnet hatte, sahen die Verkehrsplaner die Zahlen als nicht repräsentativ an. Eine zweite Zählung wurde angesetzt und am 12. Juli durchgeführt. „Wir werden jetzt beide Ergebnisse auswerten und verkehrsplanerisch bewerten“, erklärt Böcker. Noch im Sommer werde dann die städtische Verkehrsbehörde eine Entscheidung treffen.

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