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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 13:32 Uhr

Schweriner OB-Wahlkampf : Streit um die Rednerliste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kandidaten-Fragerunde in Lindgrenschule: Parteiloser Bewerber ein- und ausgeladen

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Am nächsten Mittwoch, 18. Mai, sollen sich die Bewerber um das Amt des Oberbürgermeisters in der Astrid-Lindgren-Schule vorstellen und ihre Ziele speziell in Bezug auf die Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf, Mueßer Holz, Zippendorf und Mueß darlegen. Alle fünf Ortsbeiräte haben die Podiumsdiskussion während der gemeinsamen Beratung der Stadtteilvertretungen organisiert. Doch schon im Vorfeld gibt es hinter den Kulissen reichlich Streit um die Gästeliste.

Denn Georg-Christian Riedel (CDU), Ortsbeiratsvorsitzender von Neu Zippendorf, hat alle neun Schweriner eingeladen, die bislang öffentlich erklärt haben, am 4. September bei der OB-Wahl zu kandidieren. Also auch Uwe Wilfert, der öffentlich seine Ablehnung der Migrationspolitik ebenso darstellt wie seine Teilnahme an NPD-Veranstaltungen und sich klar als Sympathisant und Unterstützer der rechtsextremen Partei erklärt.

„Ich habe alle neun Namen abgearbeitet, die vorliegen. Mir sind natürlich längst nicht alle bekannt“, erklärt Riedel auf Nachfrage unserer Redaktion. Dass die Personalie Wilfert nun in den Ortsbeiräten für so helle Aufregung sorgt, habe ihn überrascht. Aber er werde dem mehrheitlichen Wunsch natürlich nachkommen: „Ich werde Herrn Wilfert einen Brief schreiben und ihn ausladen“, so Riedel.

Denn mehrere Ortsbeiratsmitglieder hatten deutlich gemacht, dass sie eine OB-Kandidaten-Vorstellung wünschten, nicht aber dumpfe Parolen und rechtes Gedankengut hören wollten. Erste Ortsbeiratsvorsitzende haben sogar selbst auf die Gefahr hin, auf der Beratung nicht mehr beschlussfähig zu sein, ihren Mitgliedern die Teilnahme freigestellt, sollte Uwe Wilfert im Podium sitzen. Eine Entscheidung darüber wird kein ehrenamtlicher Politiker mehr treffen. Wilfert wird nicht auf der Rednerliste stehen.

Dabei hatte sich der parteilose OB-Kandidat, der übrigens neben Angelika Gramkow (Linke) und Anita Gröger (ASK) bislang als einziger offiziell seine Bewerbung im Stadthaus abgegeben hat, noch gestern auf seiner Facebook-Seite öffentlich bei Georg-Christian Riedel bedankt, dass er „endlich auch eingeladen“ sei. In älteren Veröffentlichungen auf seiner Seite hatte er stets beklagt ausgegrenzt zu sein.

„Ich setze mich gerne auch mit dem Gedankengut von Herrn Wilfert auseinander. Aber eine offizielle Podiumsdiskussion ist dafür eher nicht der richtige Ort“, sagt Stev Ötinger (FDP), Ortsbeiratsvorsitzender vom Großen Dreesch. Und Gret-Doris Klemkow (SPD), Mitglied in den Ortsbeiräten Mueßer Holz und Großer Dreesch, zeigt sich Riedel gegenüber erstaunt: „Herr Wilfert ist ein bekennender Nazi! Ich bin persönlich auch sehr verwundert, dass Sie sich gegen die Teilnahme der MPLD und KPD auf Veranstaltungen wie der Demokratiemeile aussprechen, aber zu der Podiumsdiskussion den neonazistischen OB-Kandidaten von ,Deutschland wehrt sich‘ einladen.“ Die Kritik kam an.


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