zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

22. September 2017 | 04:33 Uhr

Schwerin : Streit um Bürgerservice

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SPD und Bündnisgrüne fordern längere Öffnungszeiten des Stadthauses – der Oberbürgermeisterin ist das zu teuer

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Sind die Öffnungszeiten des Stadthauses bürgerfreundlich? Die Stadtfraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen sagt: Nein. Deshalb hat sie den Antrag gestellt, dass wenigstens „die tägliche Erreichbarkeit des Bürgercenters, der Dokumentenstelle und der Anlaufstelle für Sozialleistungen im Erdgeschoss zwischen Montag und Freitag von 8 bis 18 Uhr herzustellen“ ist. Nach Angaben von Fraktionschef Daniel Meslien hat die Schweriner Stadtverwaltung die kürzesten Öffnungszeiten aller größeren Städte in Mecklenburg-Vorpommern. „Eine Landeshauptstadt muss das hinkriegen, für die Bürger von Montag bis Freitag erreichbar zu sein“, so Meslien. Schließlich würden die Mitarbeiter der Verwaltung vom Steuerzahler bezahlt, dann müssten sie auch für ihn da sein. „Wir müssen da von der Oberbürgermeisterin einfach mehr Kreativität verlangen.“

Die Forderungen der SPD und der Bündnisgrünen sorgten bei CDU-Stadtvertreter Gerd-Ulrich Tanneberger für einiges Unverständnis. Er berichtete von einem guten Service – aus eigenem Erleben. Schließlich brauchte er einen neuen Reisepass. Tanneberger meldete sich mit seinem Anliegen über das Internet an. Er bekam einen Termin, musste dann im Stadthaus nicht warten und war insgesamt „mit dem Bürgerservice sehr zufrieden“. Seiner Meinung nach sind die Öffnungszeiten ausreichend. „Umfangreicher Service kostet richtig Geld“, sagt Tanneberger. Und das habe die Stadt nun einmal nicht.

Damit sprach er Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow offenbar aus dem Herzen. „Wir mussten die Öffnungszeiten der Verwaltung verkürzen, weil wir immer mehr Personal abbauen sollten.“ Wenn das Stadthaus montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr offen sein soll, seien sechs Mitarbeiter mehr erforderlich, so Gramkow. Das koste entsprechend. Ihr seien keine Kritiken an den Öffnungszeiten bekannt. Im Gegenteil: Sie fänden „eine hohe Akzeptanz“. Außerdem „gibt es keine anderen Kommune im Land, deren Verwaltung sonnabends geöffnet hat“. „Dieser Service jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat wird gut angenommen.“ Das war auch am 3. Mai so. Allerdings standen da etwa 20 Bürger vor verschlossenen Türen. Nach 1. Mai und Brückentag machte die Verwaltung an diesem Sonnabend mal frei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen