Schwerin und Umland : Streit beigelegt: Bauland – auch im Speckgürtel

Auf dem Papier ist das Wohngebiet  neben Pinnows Altenheim schon fertig: Bauausschuss-Vorsitzender Eberhard Möbius und Bürgermeister Andreas Zapf (r.) gucken in die Unterlagen.
Auf dem Papier ist das Wohngebiet neben Pinnows Altenheim schon fertig: Bauausschuss-Vorsitzender Eberhard Möbius und Bürgermeister Andreas Zapf (r.) gucken in die Unterlagen.

Nach jahrelangem Streit: Stadt Schwerin und 14 Umlandgemeinden regeln Wohnungsneubau gemeinsam

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22. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Bauplätze für weitere 243 Wohnungen in den 14 Gemeinden im Speckgürtel von Schwerin: Das ist der Lösungsvorschlag im jahrelangen Streit zwischen der Landeshauptstadt und ihren direkten Nachbarn. Noch ist der nicht in Papier und Tüten: Aber der Vertrag zum Rahmenplan für die Wohnbauentwicklung bis 2020 im Stadt-Umland-Raum Schwerin steht kurz vor der Unterschriftsreife. In den so genannten Stadt-Umland-Räumen hat die Entwicklung des jeweiligen Zentrums Vorrang, die Stadt Schwerin verfügt quasi über ein Vetorecht bei der Bauentwicklung in den 14 Gemeinden. Zugleich erlaubt das Land aber auch, dass die Kommunen eines Stadt-Umland-Raumes sich verständigen, sogar über die vom Land favorisierte dreiprozentige Bauland-Eigenbedarfs-Entwicklung auf dem Lande.

Genau das sieht dieser Rahmenplan vor. Statistisch gesehen sollen es sogar acht Prozent sein, die die 14 Gemeinden beim Wohnungsbau bis 2020 zulegen dürfen. Aber nicht in jeder Gemeinde einzeln, sondern in allen gemeinsam. Und nach Abzug bereits genehmigter, aber nicht gebauter Häuser sind es 243 Wohneinheiten, wie Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier erläutert. „Ein starker Stadt-Umland-Raum nutzt auch der Stadt“, betont Badenschier. „Am Ende geht es um die Region und wie die ihr Potenzial nutzt.“ So sind die Gemeinden im ländlichen Raum darauf angewiesen, dass junge Familien zurückkehren oder neu zuziehen, um Kitas und Schulen zu erhalten. Zugleich fehlen altengerechte Wohnungen, damit Senioren in ihrer Umgebung bleiben können. Auch das zeigten die Analysen, die dem Rahmenplan zugrunde liegen.

Zu Beginn der Woche wurde das Papier im Hauptausschuss der Stadtvertretung durchgesprochen. Nun geht es nochmals in die Fachausschüsse. Oberbürgermeister Badenschier ist zuversichtlich, dass die Stadtvertreter dem Vertrag im Januar zustimmen und er im Februar unterschrieben werden kann. Schließlich haben auch 13 der 14 Gemeinden im Stadt-Umland-Raum dem Vertragsentwurf zugestimmt. Lediglich Pampow pocht auf seine Planungshoheit, will sich in der Bauland-Entwicklung nicht beschränken lassen, wie Bürgermeister Hartwig Schulz betont. Rico Badenschier geht davon aus, dass der Vertrag auch ohne Pampow zustande kommt – mit entsprechend weniger Bauplätzen für alle anderen und der landesüblichen Eigenbedarf-Beschränkung auf drei Prozent für Pampow. In den anderen Umlandgemeinden überwiegt hingegen die Zuversicht, mit der Stadt eine gute Regelung gefunden zu haben. So kommt Lob aus aus Brüsewitz, wo das Projekt des Generationen übergreifenden Wohnens angeschoben wird. Und die Pinnower legten nach Abstimmung mit Schwerin bereits Baupläne für eine neues Wohnareal zwischen Altenzentrum und Kiessee auf.

Den Vorwurf, dass der Landeshauptstadt durch solche Pläne Bauplätze und Einwohner verloren gehen, entkräftet Badenschier. Denn längst nicht alle der Bauwilligen würden in der Stadt bauen wollen. Und die Finanzprobleme Schwerins könnten nicht über die Bauland-Gespräche zwischen Stadt und Gemeinden gelöst werden. „Da erwartet ich eine gerechte Lösung im Finanzausgleichsgesetz des Landes“, betont der Oberbürgermeister.

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