Brandruine am Ortseingang Schwerin : Streit an der alten Fähre

Die schon fast zugewachsene Brandruine soll einem Neubau weichen. Links daneben sind Einfamilienhäuser vorgesehen. Dafür wird jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt.
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Die schon fast zugewachsene Brandruine soll einem Neubau weichen. Links daneben sind Einfamilienhäuser vorgesehen. Dafür wird jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt.

An der Stör sollen 23 Jahre nach dem Brand des Ausflugslokals ein neues Café und Wohnhäuser entstehen – doch es gibt Widerstand

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16. August 2016, 05:45 Uhr

Seit 23 Jahren ist sie ein Schandfleck am Stadteingang an der Stör: die Brandruine der Fähre. Jetzt könnte das Areal wieder eine Zukunft bekommen. Der Hauptausschuss hat die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen. Doch es gibt Widerstand.

Vor gut 16 Jahren hat Carsten Rönndahl die Brandruine ersteigert. „Es ist jetzt bereits der vierte Anlauf, um das Areal zu entwickeln.“ Der Investor plant auf der rund zwei Hektar großen Fläche den Abriss der Reste der Fähre, den Bau eines Cafés in Ufernähe, Ferienhäuser und Ferienwohnungen sowie etwa zehn Einfamilienhäuser. Die aber erregen Kritik im Bauausschuss. „Das ursprüngliche Ziel waren der Wiederaufbau des Restaurants und die Errichtung von Ferienhäuser“, sagt Ausschussmitglied Hagen Brauer. „Es kommt an der Stelle zu einer Zersiedelung.“ Denn quasi handele es sich um den Außenbereich, der nur unter bestimmten Voraussetzungen bebaut werden darf. „Der Investor hat gewusst, was er kauft.“ Dieser Meinung schloss sich die Mehrheit der Bauausschussmitglieder an.

Doch der Hauptausschuss stimmte anders. Bei nur zwei Gegenstimmen wollte die Mehrheit die Aufstellung des Bebauungsplanes. „Nur die jetzt vorgeschlagene Bebauung ist wirtschaftlich möglich“, sagte Baudezernent Bernd Nottebaum. „Unser Ziel ist es, dieses Areal endlich zu entwickeln.“

Carsten Rönndahl hofft, nun endlich zum Zuge zu kommen. Schließlich hat er schon einen sechsstelligen Betrag in das Vorhaben gesteckt. „Die Stadt ist schon mehrfach an uns herangetreten, die Fläche zu bebauen.“ Jedes Mal hat Rönndahl die Ideen aus dem Stadthaus aufgenommen. „Aber irgendwer aus der Verwaltung war dann doch dagegen.“ Drei Oberbürgermeister und drei Baudezernenten hatten das Thema Fähre schon auf dem Tisch. Mehrere Gutachten hat der Investor bereits erarbeiten lassen, die aber nichts bewirkt haben. Erst wollte die Stadt die Fähre kaufen, hatte aber dafür kein Geld. Dann sollte es einen Grundstückstausch geben, doch es gab keine adäquaten Flächen. „Viele Leute in der Stadtverwaltung sind sehr engagiert“, sagt Carsten Rönndahl. „Andere aber gar nicht.“

Inzwischen ist ein Teil der Fläche bereits zum Wald geworden. „Wir haben uns mit der Forst und auch dem BUND bereits abgestimmt“, sagt Rönndahl. Und auch den Wunsch der Stadt nach einem Uferweg will er erfüllen.

„Alle Einzelheiten müssen noch in einem Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor geregelt werden“, sagt Bernd Nottebaum. „Auf jeden Fall muss zuerst die Ruine abgerissen und ein Café gebaut werden, bevor die Einfamilienhäuser errichtet werden.“ Wann es los gehen kann, hängt nun davon ab, wie schnell der Bebauungsplan fertig und von den Stadtvertretern beschlossen ist.

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