Kitas bleiben zu : Streikwelle erreicht Schwerin

Streik der Telekom: Am Donnerstag sind Kitas und Stadthaus an der Reihe.
Streik der Telekom: Am Donnerstag sind Kitas und Stadthaus an der Reihe.

Nach Ausstand der Telekom-Mitarbeiter gestern wird morgen im Stadthaus und bei den kommunalen Kitas die Arbeit niedergelegt

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26. März 2014, 08:00 Uhr

Die Warnstreiks der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und weiterer Dienstleistungsbereiche haben Schwerin erreicht. Gestern wurde die Schweriner Niederlassung der Telekom bestreikt, morgen bleiben vormittags alle 20 Kindertagestätten der Kita gGmbH geschlossen und auch in anderen kommunalen Einrichtungen wie dem Stadthaus wird die Arbeit niedergelegt. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft zum befristeten Warnstreik auf, um ihren Forderungen in den Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen.

Besonders hart wird die Situation in den Kitas. „Wir sind ein Stück weit hilflos, denn nach unseren Informationen wollen sich auch die Nichtgewerkschaftsmitglieder am Ausstand beteiligen. Das bedeutet, dass wir auch keine Notbetreuung gewährleisten können“, sagt Anke Preuß, Geschäftsführerin der Kita gGmbH. „Wir haben bereits am Freitag die Eltern darüber informiert. Es tut uns leid, aber wir können nichts machen. Von 6 bis 11 Uhr ist bei uns zu.“

Bei den Eltern selbst findet die Aktion durchaus Verständnis. „Streik muss sein, sonst bekommen die Mitarbeiter doch nicht mehr Geld“, sagt Nicole Wegener (35). „Das brauchen sie aber, damit sie auch künftig motiviert zur Arbeit gehen“, erklärt die Mutter. Auch Aylin Arik, 23 Jahre und Mutter, hat Verständnis für die Erzieherinnen: „Ohne Streik werden die Mitarbeiter doch nicht ernst genommen“, sagt die junge Schwerinerin. Die 25-jährige Katja Köhler solidarisiert sich ebenso mit den Kita-Beschäftigten: „Ich finde es gut, dass sie den Streik so konsequent durchziehen. Anders kann man sich doch bei den Arbeitgebern kein Gehör verschaffen.“

Im Stadthaus wird morgen ebenfalls gestreikt. Dort ist jedoch per Dienstanweisung festgelegt, dass Notbesetzungen den Dienstbetrieb aufrecht erhalten müssen.

Unterdessen hat die erste Streikwelle bereits gestern die Schweriner Niederlassung der Deutschen Telekom AG überrollt. „Die Stimmung bei den Streikenden ist gut, wir haben sehr viele Mitarbeiter erreicht“, sagt Peter Pohlmann, Landesfachbereichssekretär von ver.di, sichtlich zufrieden. Die Angestellten zeigen sich kämpferisch: „Wir streiken, weil wir für die Tarifverhandlungen Druck brauchen. Wir kämpfen nicht nur für mehr Geld, sondern auch, um betriebsbedingte Kündigungen vor allem junger Kollegen zu verhindern“, sagt Helga Pommer. Jennifer Bartlau ergänzt: „Wir müssen Druck machen. Je mehr mitmachen, desto schneller kommen wir zum neuen Tarifabschluss“, so die junge Schwerinerin.

In diesen Kitas wird gestreikt:

1. Heinrich-Heine-Kids
2. Naturkita
3. Feldstadtmäuse
4. Löwenzahn
5. Sportkita
6. Plappermäulchen
7. Anne Frank
8. Haus Sonnenschein
9. Future Kids
10. Waldgeister
11. Krebsförden
12. Wirbelwind
13. Gänseblümchen
14. Kirschblüte
15. Pumuckl
16. Rappelkiste
17. Reggio Emilia
18. City Hort
19. Paulsstädter Fritzen
20. Nidulus

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