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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 09:03 Uhr

Elternärger : Streik sorgt für Streit ums Geld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erste Politiker fordern nach Beispiel anderer Städte Beitragsrückzahlung an Eltern / Ausstand in kommunalen Häusern geht heute weiter

von
erstellt am 28.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Statt Kinderbetreuung Demo in Hamburg: 17 der 23 kommunalen Kindertagesstätte blieben heute in der Landeshauptstadt geschlossen. Und selbst in geöffneten Häusern wie der 24-Stunden-Kita Nidulus, konnten nicht alle Kinder betreut werden, weil einzelne Kollegen sich am Streik beteiligten. Eltern wurden am Mittwochabend darauf hingewiesen, dass diejenigen „Eltern (OP, Pflege, Rettungsdienst)“ die Möglichkeit erhalten, „ihre Kinder zu den notwendigsten Zeiten betreuen zu lassen“.

Genau diese – nicht offiziell von der Führung der Kita gGmbH bestätigte – Regelung sorgt für Unmut. Denn exakt dieser Zwang zur Auswahl, welches Kind betreut und welches nicht betreut werden kann, gab den Ausschlag, keine Notbetreuung anzubieten, gab Kita gGmbH-Chefin Anke Preuß zu. „Welche Kriterien hätten wir ansetzen sollen?“

Morgen wird weiter gestreikt. Geöffnet haben Nidulus, City-Hort, Hort Paulsstädter Fritzen sowie die Kitas Feldstadtmäuse und Gänseblümchen. Um 8.30 Uhr will die Gewerkschaft Verdi der Forderung nach besserer Anerkennung des Erzieherberufs und einer zehnprozentigen Gehaltserhöhung vor dem Finanzministerium Nachdruck verleihen. Eine Stunde später wird vor dem Stadthaus demonstriert.

Währenddessen mehrt sich die Kritik, dass die Stadt die von den Eltern gezahlten Betreuungs- und Versorgungskosten für die Streiktage nicht erstattet. „Das ist nicht familienfreundlich“, sagt Stadtvertreterin Cécile Bonnet (FDP). „Die Verweigerungshaltung der Kita gGmbH, angeblich abgestimmt mit OB Gramkow, finde ich schon sehr merkwürdig.“ Viele andere Städte erklärten gerade, Rückerstattungen vornehmen zu wollen. So beispielsweise Hamburg, Kiel und Lübeck.

Auch SPD-Kreischef Jörg Heydorn fordert, dass die Kita gGmbH Eltern die während des Streiks angefallenen Kita-Gebühren erstattet. „Das wäre nicht nur ein Trostpflaster für sie, sondern würde auch dazu führen, dass die Kita gGmbH nicht noch vom Streik finanziell profitiert. Sollte die Kita gGmbH dazu nicht bereit sein, muss die Landeshauptstadt als Eigentümerin reagieren.“

Indes zeigen immer öfter Eltern Unverständnis für die Gehaltsforderungen von Verdi. Mutter Marie T.*: „Ich arbeite als Krankenschwester im Schichtsystem und bekomme nicht so viel Geld.“ Vater Dirk M.: „2450 Euro als Einstiegsgehalt für einen Beruf ohne akademische Ausbildung, ohne Schichten und gefahrgeneigte Tätigkeiten empfinde ich als sehr hoch. In mehr als 30 Prozent mehr Gehalt seit 2009 sehe ich eine deutliche Aufwertung des Berufes.“ Die jetzige Forderung nach Aufwertung und zehn Prozent mehr Gehalt sei „weder angemessen noch vertretbar“. Mit diesen Forderungen würden Erzieher besser gestellt als beispielsweise Feuerwehrleute. Im Übrigen: Das durchschnittliche Einkommen in MV beträgt nicht einmal 1900 Euro.

*Namen liegen der Redaktion vor

Ausstand in Häusern der städtischen Kita gGmbH am Donnerstag und Freitag: Statt Rückzahlung der Elternbeiträge gibt es Geld für Elternräte.

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Mittwoch, 27. Mai 2015

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