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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. November 2017 | 19:01 Uhr

Debatte : Streik legt Kinderbetreuung lahm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausstand in Häusern der städtischen Kita gGmbH heute und morgen: Statt Rückzahlung der Elternbeiträge gibt es Geld für Elternräte.

von
erstellt am 27.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Die Häuser der kommunalen Kita gGmbH werden Donnerstag und Freitag bestreikt. Damit müssen sich Eltern erstmals für zwei Tage selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. „Die Eltern wissen, dass die Berufe im Sozial-und Erziehungsdienst dringend nachhaltig aufgewertet werden müssen, denn eine qualifizierte Ausbildung und gute Arbeit kommt ihren Kindern zugute“, sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Ute Evers, die „von Eltern überwiegend positive Reaktionen“ auf den Streik erhalte. „Wir fordern die Arbeitgeber auf, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Dann könnten die Streiks unverzüglich ausgesetzt werden.“ Verdi fordert eine Neuregelung der Eingruppierung und Tätigkeitsmerkmale sowie rund zehn Prozent mehr Geld.

Nach Aussage von Anke Preuß, Geschäftsführerin der Kita gGmbH, werden an beiden Streiktagen 17 der 23 kommunalen Kita-Standorte bestreikt. „Vier Einrichtungen arbeiten an beiden Tagen. Geöffnet sind ebenfalls beide Standorte der Kita Nidulus sowie der City-Hort und der Hort Paulsstädter Fritzen. Zwei Einrichtungen, die Kitas Feldstadtmäuse und Gänseblümchen, werden am Freitag nicht vom Ausstand betroffen sein“, so Preuß. Eine Notbetreuung in den vom Streik betroffenen Einrichtungen sei nicht vorgesehen.

Und bekommen die Eltern nun Geld für nicht erbrachte Versorgungs- und Betreuungsleistung zurück? „Nein“, sagt Anke Preuß in Absprache mit Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und der Aufsichtsratsvorsitzenden der Kita gGmbH, Gret-Doris Klemkow: „Es gibt keine rechtliche Grundlage, Betreuungskosten zurückzuerstatten. Das Ansinnen der Eltern ist zwar nachvollziehbar, aber eben nicht umsetzbar“, so Preuß. Stattdessen schlägt sie vor: „Das Geld, das durch die Einsparung von Personalkosten an den Streiktagen da ist, soll für eine Budgeterhöhung in den Einrichtungen eingesetzt werden.“ Wie genau eine solche Aufteilung erfolgen kann, möchte die Geschäftsführerin mit den Elternvertretungen erörtern.

„Ich halte es für gerechtfertigt, dass die Elternvertretungen Projekte auswählen, die ihrer Meinung nach in den Einrichtungen zusätzlich unterstützt werden sollen“, so Preuß.

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