Sülstorf feiert : Streifzug durch die Dorfgeschichte

Bei Matthias Brandt (r.) liefen die Fäden für die Vorbereitung der Ausstellung zusammen. Er führte bei der Eröffnung die Gäste durch die Exposition im Sülstorfer Gemeindehaus.
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Bei Matthias Brandt (r.) liefen die Fäden für die Vorbereitung der Ausstellung zusammen. Er führte bei der Eröffnung die Gäste durch die Exposition im Sülstorfer Gemeindehaus. Fotos: Werner Mett

800 Jahre Sülstorf: Zum Jubiläum rücken zehn Chronisten Ereignisse der Region in den Mittelpunkt / Festumzug am Sonnabend

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14. Juni 2017, 08:00 Uhr

In der Sülstorfer Festwoche zur Ersterwähnung des Ortes vor 800 Jahren wird nicht nur gefeiert. Zehn Orts-Chronisten haben sich seit Monaten mit der Geschichte der Region befasst, ihre Recherchen sind in die zum Jubiläum verfasste Festschrift eingeflossen. Und mehr noch. Am Montagabend wurde eine dreigeteilte Ausstellung eröffnet, die maßgeblich von den gleichen Personen zusammengetragen und gestaltet wurde.

„Ich habe dabei wahnsinnig viel über Sülstorf, Sülte und Boldela gelernt“, erzählt Matthias Brandt, der seit 42 Jahren in Sülstorf wohnt. In den Händen des 64-Jährigen liefen die Fäden für dieses Projekt zusammen. Der Maschinen-Ingenieur kümmerte sich vor allem um die Geschehnisse in den 1930er- und 1940er-Jahren. „Da gab es auch hier viel Leid, über das aber kaum geredet wurde.“ Wegen der Zugstrecke nach Schwerin fielen dort Bomben. Am Bahnhof Sülstorf stand im April 1945 drei Tage lang ein Zug mit eingepferchten KZ-Häftlingen. Zum Ende des Krieges zogen Flüchtlingstrecks auch durch Sülstorf, viele Vertriebene siedelten sich an. Zugleich entstand auf einem Acker ein großes Internierungslager für deutsche Soldaten. Knapp 3000 Dokumente hatte Brandt gesucht, gesichtet, ausgewertet. „Die anderen Mitstreiter in unserer Gruppe hatten nicht weniger zu tun“, betont er. Bei allen war die Erleichterung groß, dass die 348 Seiten umfassende Festschrift in der vorigen Woche druckfrisch vorlag. Bei der Eröffnung der Festwoche mit etwa 350 Gästen am Sonnabend gingen mehr als 200 der 250 gedruckten Exemplare weg. „Mit so einer Resonanz hatten wir nicht gerecht“, sagt Bürgermeister Horst Busse. Und diese Aussage gilt auch für Montagabend, als im Gemeindehaus Sülstorf sowie in den Feuerwehrhäusern von Sülte und Boldela die dreigeteilte Ausstellung zur Geschichte der Region eröffnet wurde. Um alle Stücke und Informationstafeln zeigen zu können, musste auch so viel Platz her. Landwirtschaft, Handel, Handwerk, die Johanniterkirche und die Gedenkstätte sind Schwerpunkte in Sülstorf. In Sülte stehen Kinderbetreuung und Schule im Mittelpunkt, in Boldela die Feuerwehrgeschichte und das Jagdwesen. Einen Monat lang, und damit über die Festwoche hinaus, bleibt die Ausstellung zu sehen. Zugleich geht es mit den Veranstaltungen Schlag auf Schlag weiter. Höhepunkt ist der Festumzug am Sonnabend.

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