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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. November 2017 | 20:47 Uhr

Verkehr in MV : Straßentausch geht über die Bühne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Jahreswechsel wird Strecke zwischen Crivitz und Goldberg zur B 392. Der Abschnitt von Schwerin nach Ludwigslust heißt dann L 72.

svz.de von
erstellt am 01.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Das Straßennetz des Landes wird zum Jahreswechsel um gut 40 Kilometer länger. Und dafür muss nicht einmal ein Kilometer neu gebaut werden: Zum 1. Januar übergibt der Bund mehr als 70 Straßenkilometer ans Land MV. Im Gegenzug wird die rund 30 Kilometer lange Landesstraße zwischen Crivitz und Goldberg zur Bundesstraße heraufgestuft.

Dass das Land bei diesem Straßentausch Miese macht, das hört René Müller gar nicht gern. Den Referatsleiter Straßenbau im Schweriner Verkehrsministerium stört dabei nicht nur das Wort „Tausch“. Er betont, dass das Land und vor allem die Autofahrer bei dieser Umwidmung gut wegkommen. „Schließlich werden alle Strecken vor der Übergabe instand gesetzt“, betont Müller. Ohnehin notwendige Sanierungen, teilweise bis in den Untergrund, wurden in den zurückliegenden Jahren ausgeführt, weil die Umwidmung anstand. Bis zum Jahresende sollen die kompletten 100 Kilometer fertig sein, damit der formelle Akt der Umwidmung über die Bühne gehen kann.

Konkret geht es um die heutige B 106 zwischen Schwerin und Ludwigslust. Die Straße heißt im neuen Jahr L 72. Auch die B 103 zwischen Güstrow und Karow sowie zwischen Laage und Dummerstorf wird zur Landesstraße herabgestuft. Die Abschnitte heißen dann L 37 und L 39. „Diese Herabstufungen hätten für den größten Teil schon vor Jahren passieren müssen“, erläutert Müller. Denn die Noch-Bundesstraßen verlaufen parallel zu den Autobahnen 14 und 19. Der Bund will und darf sie daher aus seinem Fernverkehrsnetz nehmen. Und eigentlich sollte MV noch viel mehr Straßen vom Bund übernehmen. „Wir haben gut verhandelt und ein Top-Ergebnis erzielt“, ist Müller überzeugt. Denn in den gleichen Gesprächen wurde festgestellt, dass zwischen den Oberzentren Schwerin und Neubrandenburg im Netz der Bundesstraßen eine Lücke klafft. Deshalb wird die jetzige Landesstraße 15 zwischen Crivitz und Goldberg zur B 392.

Auf dieser Strecke musste das Land auf seine Kosten die Straße erneuern. Schon vor Jahren wurden die Ortsdurchfahrten saniert, so auch die durch Wessin. Bis Weihnachten wird noch der letzte Straßenabschnitt zwischen Crivitz und Wessin hergerichtet.

Im Gegenzug steckte aber auch der Bund viel Geld in die Erneuerung der Noch-Bundesstraßen. Gerade an der B 106 zwischen Schwerin und der Kreuzung Hasenhäge gab es große Schäden. In den zurückliegenden vier Jahren rückten die Straßenbauer Stück für Stück vor. Und bei Stern Buchholz dauern die Arbeiten noch an. Dort sollte am zurückliegenden Wochenende eigentlich die Deckschicht aufgetragen werden. Doch das Wetter ließ das nicht zu. Die Arbeiten werden so schnell wir möglich nachgeholt.

Bei der Unterhaltung einschließlich des Winterdienstes bleibt alles beim Alten. „Da wird es keine Abstriche geben“, betont Müller. Schließlich betreuen die Straßenmeistereien des Landes schon jetzt sowohl Bundes- als auch Landesstraßen. Nur die Rechnungen werden im neuen Jahr aus dem jeweils anderen Topf bezahlt. „Die Autofahrer sollen von der Umwidmung nichts mitbekommen“, ergänzt Müller. „Nur bei den Durchsagen im Verkehrsfunk wird künftig ein anderer Straßenname fallen.“

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