Barnin : Straßenneubau wird zum Zankapfel

Sie sind dagegen: Die Mitstreiter der Bürgerinitiative Wessiner Weg sehen keinen Sinn in einer grundhaften Sanierung ihrer Pflasterstraße.
Sie sind dagegen: Die Mitstreiter der Bürgerinitiative Wessiner Weg sehen keinen Sinn in einer grundhaften Sanierung ihrer Pflasterstraße.

Gemeinde plant Pflasterweg in Hof Barnin zu erneuern und will 262 500 Euro in eine Asphalt-Trasse investieren – Nicht alle Bürger finden das sinnvoll

23-57693960_23-85279842_1481650574.JPG von
01. November 2017, 23:13 Uhr

Die Anwohner des Wessiner Wegs sind verwundert, teilweise auch sauer. Denn die Kopfsteinpflaster-Straße vor ihrer Tür soll einer Asphalt-Piste weichen. „Die Gemeindevertretung hat den grundhaften Ausbau des Weges beschlossen“, sagt Ralf Herzberg. Die Baukosten würden sich nach ersten Schätzungen auf 262 500 Euro. Eine Förderung von 65  Prozent sei angedacht, so Herzberg. Wäre der Weg wirklich in so einem desolaten Zustand, würden sich die Hof Barniner über das Bauprojekt freuen. Aber momentan sehen einige keinen Grund für das Vorhaben. „Wir haben ein Problem mit der Pflasterstraße, doch das lässt sich auf einen kleinen Bereich beschränken“, erklärt Enrico Dahl. Die Anwohner hätten sich verständigt, der Gemeinde angeboten, sich an der Reparatur zu beteiligen. „Wir wissen, dass die Straßenunterhaltung Sache der Kommune ist, aber wir würden mithelfen“, betont Dahl.

Bei der jetzigen Planung würden die Anlieger mit knapp 67 000 zur Kasse gebeten und die Kommune wäre mit einem Eigenanteil von knapp 23 000 Euro dabei.

Je nach Größe des Grundstücks entfallen auf die Anlieger Beiträge zwischen 3000 und 15 000 Euro. „Man will hier eine Straße sanieren für acht anliegende Familien, die das nicht wollen. Das Geld kann an anderen Stellen in der Gemeinde viel sinnvoller eingesetzt werden“, sagt Barbara Borchardt. Das ist mit einer der Gründe, warum die Hof Barninerin sich in der Bürgerinitiative Wessiner Weg engagiert. Eine Sanierung des ausgefahrenen Teilstücks, dass aus Sicht der Bürger das eigentliche Problem darstellt, würde rund 15 000 Euro kosten. Dafür haben sich die Hof Barniner Angebote eingeholt.

Laut ihren Aussagen wolle aber niemand in der Gemeinde davon etwas wissen: „Es würde Geld übrig bleiben. Das könnte die Gemeinde nutzen, um unter anderem einen Radweg zwischen Barnin und Hof Barnin zu realisieren“, sagt Ralf Herzberg, Mitbegründer der Bürgerinitiative. Die Liste der Alternativ-Projekte ist lang. So sehen die Hof Barniner ein größeres Problem in der Straße zwischen Barnin und Crivitz.

Bürgermeister Siegfried Zimmermann kann den Unmut der Bürger über zu zahlende Anliegerbeiträge verstehen, sieht allerdings keine andere Chance: „Es gab eine Bürgerbefragung, die eindeutig zeigt, dass der Wessiner Weg ausgebaut werden soll.“ Dass das nicht ohne eine Beteiligung der Anlieger funktioniere, sei rechtlich geregelt. „Wir werden erst dann bauen, wenn wir die Zusage für die Fördermittel bekommen“, schob er hinterher. Die Straße sei um die Jahrhundertwende gebaut worden und damals lediglich für Pferdefuhrwerke ausgelegt gewesen. „Sie hält den heutigen Belastungen durch schwere Fahrzeuge nicht mehr lange stand“, fügte er hinzu. Auf die Anwohner könne er, so Zimmermann, keine Rücksicht nehmen. „Wenn wir damit anfangen, dann wird nie etwas in der Gemeinde vernünftig gemacht werden.“ Zimmermann weiß um die Alternativ-Vorschläge der Bürgerinitiative: „Für die Straße zwischen Barnin und Crivitz ist der Landkreis zuständig und für den Radweg müssen wir Flächen kaufen und das lässt sich nicht so einfach umsetzen“, sagte der Bürgermeister. Er bezweifelt zudem, dass so ein Radweg von vielen genutzt wird. Die Hof Barniner sehen das anders.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen