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23. Oktober 2017 | 21:09 Uhr

Schwerin : Straßenbau zu teuer und zu langsam

vom

Autofahren macht in Schwerin derzeit keinen großen Spaß. Viele Baustellen führen zu Behinderungen und erheblichen Verzögerungen, da die Stadt die Bauabläufe schlecht koordiniert und zu teuer sind.

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2011 | 10:34 Uhr

Autofahren macht in Schwerin derzeit keinen großen Spaß. Viele Baustellen führen zu Behinderungen. Die CDU/FDP-Fraktion hat deshalb schon einen Antrag in die Stadtvertretung eingebracht, der darauf abzielt, die Bauabläufe besser zu koordinieren. (SVZ berichtete). Ein löbliches Vorhaben, mag sich so mancher Autofahrer sagen. Doch es sind zudem noch verlängerte Bauzeiten zu berücksichtigen. Gerade bei den großen Sanierungsvorhaben gibt es erhebliche Verzögerungen.

Seit ein paar Tagen ist die Eisenbahnstraße wieder zu befahren - fertig ist sie deshalb noch lange nicht. "Wir wollten nicht sperren, bis der letzte Baum gepflanzt, der letzte Haufen Erdreich abgefahren ist", sagt der Leiter des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement, Dr. Bernd-Rolf Smerdka. Denn fertig sollte die Eisenbahnstraße ursprünglich am 7. Oktober sein. Der Termin wurde dann auf den 18. November korrigiert. Tatsächliche Fertigstellung: der 14. Dezember. Wenn alles gut läuft, sagt Smerdka.

Auch die Geschwister-Scholl-Straße sollte bereits seit dem 17. Oktober wieder befahrbar sein. Seit Anfang Dezember rollt nun der Verkehr. Die Liste ließe sich fortführen. Für die Severinstraße galt der Fertigstellungstermin 28. Oktober. Der wurde auf den 11. November korrigiert. Offenbar ein "Karnevalsscherz". Jetzt ist die Freigabe für den 15. Dezember geplant. Die Langzeitbaustelle Schliemannstraße sollte bis zum 18. November abgeschlossen sein. Dann hieß es Ende November, jetzt wird das Ende dieser Woche anvisiert.

Gründe für die zum Teil erheblichen Verzögerungen sieht der Chef des Verkehrsmanagements vor allem bei den beteiligten städtischen Unternehmen. "Die zum Teil sehr alten Leitungen für Strom, Gas oder Wasser sind oft in einem schlechteren Zustand als erwartet", sagt Smerdka. "Oder sie liegen nicht da, wo sie laut Plan liegen sollten. In den 70er-Jahren nahmen die Ingenieure das scheinbar nicht so genau." Und so muss dann manchmal tiefer gebuddelt werden als gedacht, oder Leitungen müssen erst "gesucht" werden.

Aber die städtische Behörde kann auch Positives vermelden. "Überraschender Weise liegen wir bei der Großbaustelle Werderstraße/Güstrower Straße im Plan." Da habe auch das bisher gute Bauwetter geholfen, so Smerdka. "Wir haben auf Bitte der Gewerbetreibenden im Hansecenter und des Pächters der Tankstelle den dritten Bauabschnitt zwischen Möwenburgstraße und Speicherstraße sogar vorgezogen. Die Baufirma liefert da hervorragende Arbeit ab." Ende vergangener Woche wurde bereits Asphalt aufgetragen. Auf einen behinderungsfreien Verkehr in Richtung Güstrow können die Autofahrer aber erst Ende 2012 hoffen.

Neben den teilweise monatelangen Verzögerungen gab es auch deutliche Kostenerhöhungen. Die Eisenbahnstraße: rund 30 000 Euro teurer, die Geschwister-Scholl-Straße kostet 50 000 Euro mehr als geplant. Bei der Severinstraße sind es voraussichtlich "nur" 2000 Euro, für die Schliemannstraße müssen wohl 15 000 Euro mehr bezahlt werden. Das Geld kommt einerseits von den städtischen Unternehmen, die die unterirdischen Leitungen erneuern, zum Teil aus Städtebaufördermitteln und aus dem Sondervermögen, das der Sanierungsträger, die EGS, verwaltet.

Dr. Bernd-Rolf Smerdka wehrt sich aber gegen den Vorwurf, Bauzeitverlängerungen und Mehrkosten seien der Stadt anzulasten. "Wir sind nur immer die Letzten, weil wir für die Straßenoberfläche zuständig sind. Und den Letzten beißen bekanntlich die Hunde", so der Chef des Verkehrsmanagements.

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