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Baustelle Grosser Moor : Straßenbau verscheucht Gäste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anlieger kritisieren Bauarbeiten im Großen Moor zum Saisonstart der Touristiker und beklagen, dass sie nicht informiert wurden

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Am Montagmorgen glaubte Arne Lawrenz seinen Augen und Ohren nicht zu trauen. Vor seinem Restaurant „Lukas“ im Großen Moor war die Straße abgesperrt. Eine Säge schnitt kreischend das Pflaster auf und ein Bagger brummte dumpf vor sich hin und riss die Platten aus dem Untergrund. „Die Arbeiten kamen völlig überraschend. Mit uns hat niemand gesprochen“, sagt Arne Lawrenz. Seinen Gästen sei der Lärm nicht zuzumuten. Das „Lukas“ öffnet er in dieser Woche erst um 17 Uhr, wenn die Baumaschinen schweigen.

Auch Hanka Durante ist sauer. Sie ist die Inhaberin des italienischen Spezialitätenhauses an der Ecke zur Puschkinstraße. „Warum müssen die Arbeiten jetzt erledigt werden? Für uns beginnt die Hauptsaison, in der wir unser Geld verdienen müssen.“ Die extra angeschafften Terrassenmöbel kann Hanka Durante wegen der Absperrung gar nicht aufstellen. „Und bei dem Krach kommt kaum jemand ins Geschäft.“ Arne Lawrenz könne das am Abend eventuell noch teilweise ausgleichen. „Wir haben aber die Auflage, um 20 Uhr zu schließen“, erklärt Durante.

Die beiden Gastronomen sind auch verwundert darüber, dass nur ein etwa zwei Meter breiter Streifen zwischen den Bäumen in Ordnung gebracht wird. „Das wird doch bald wieder kaputt gefahren“, sagt Arne Lawrenz. Jeden Montag komme beispielsweise ein Zwölftonner, der den Supermarkt in der Schmiedestraße beliefert.

Auftraggeber für die Arbeiten sind die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). „Wir mussten handeln“, sagt Werkleiterin Ilka Wilczek. „Die Straße war für Fußgänger nicht mehr sicher. Wir waren wöchentlich im Reparatureinsatz.“ Es werde nur der Streifen gemacht, auf dem die meisten Fußgänger laufen. Dass der Zeitpunkt für die Straßenreparatur ungünstig ist, sieht auch Wilczek. „Die Finanzierung war vorher aber nicht geklärt, weil unser Wirtschaftsplan nicht genehmigt war.“ Außerdem habe die städtische Verkehrsbehörde die Arbeiten erst zu diesem Zeitpunkt genehmigt. Dass die Anwohner nicht informiert wurden, tut Ilka Wilczek leid. „Wir können uns nur entschuldigen. Die Baufirma sollte eine Information rausgeben. Das haben wir leider nicht kontrolliert.“

Beim nächsten Bauvorhaben ist das anders gelaufen. Dass der Große Moor und die Glaisinstraße morgen eine neue Asphaltdecke bekommen, wissen die Anwohner seit Tagen.

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