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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 05:44 Uhr

Schwerin : Straßenbahn bekommt neues Gleis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Es ist entschieden: Wittenburger Berg wird zwischen Eisenbahnbrücke und Lübecker Straße saniert

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Am Wittenburger Berg kommen die Straßenbahnschienen nach fast 110 Jahren von der linken auf die rechte Seite der Fahrbahn. Die Stadtvertreter beschlossen mit den Stimmen von CDU, Linken und Bündnisgrünen den Vorschlag der Verwaltung. SPD, Unabhängige Bürger (UB) und AfD stimmten geschlossen dagegen.

Die Diskussion entzündete sich an den Finanzen. Knapp eine Million Euro soll die Sanierung von der Eisenbahnbrücke bis zur Lübecker Straße insgesamt kosten – die teuerste von fünf möglichen Varianten.

Die Verwaltung hatte bereits beim Bau der Eisenbahnbrücke vollendete Tatsachen geschaffen. Sie ließ dort die Schienen gleich auf der rechten Seite verlegen – ohne Beteiligung der Stadtvertreter. Begründung von Baudezernent Bernd Nottebaum: der Zeitdruck. Die Brücke musste schließlich bis Ende 2015 fertig werden, weil es nur so Fördermittel gab. „Ich habe schon im Finanzausschuss gewettert, dass man die Stadtvertreter bei der Gleisverlegung auf der Brücke nicht einbezogen hat“, sagte Rolf Steinmüller von der UB-Fraktion. „Auch Fördergelder sind Steuergelder.“ Er nannte das Agieren der Verwaltung „unverantwortlich“. SPD-Stadtvertreter Rico Badenschier bezweifelte die von der Verwaltung angeführte Verbesserung für Radfahrer auf der Wittenburger Straße. „Wenn die Radfahrer mit Tempo 30 den Berg hinunter fahren, bleiben die Schienen auch auf der rechten Seite eine Gefahrenquelle.“

Dem widersprach der bündnisgrüne Arndt Müller. Er sieht eine „eindeutige Verbesserung für Radfahrer“. Er bekannte aber auch: „Klar wird Geld verschwendet.“ Das präzisierte UB-Fraktionschef Silvio Horn. Er sprach von einer „Steuerverschwendung von fast einer Million Euro“. „Die Stadtverwaltung hat mit der Gleisverlegung auf der Brücke eine einsame Entscheidung getroffen. Wir können jetzt gar nicht anders, als einen Anschluss an die vorhandenen Gleise zu finden.“ Horn kritisierte außerdem, dass die „Bürgerinformation viel zu spät“ erfolgte. Das hatte auch schon Rolf Steinmüller moniert. „Das Vorhaben wurde unzureichend mit uns und den Bürgern vorbereitet.“

Der Linke Wolfgang Block bekannte, „die Verwaltung hat die Stadtvertretung in diesem Falle überholt“. Er hielt die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante aber dennoch für „zukunftsweisend“. Die Wittenburger Straße wird nach ihrer Fertigstellung eine der teuersten grundsanierten Straßen in Schwerin sein. Inklusive der Eisenbahnbrücke werden sich die Kosten auf rund 7,5 Millionen Euro belaufen, so Bernd Nottebaum. Davon sind 5,5 Millionen Euro Fördermittel.

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