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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 19:24 Uhr

Schluss mit Flickwerk : Straßen sollen besser werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Statt nur zu flicken, strebt die Stadt eine planmäßige Instandsetzung ihrer Straßen an – wenn das Geld vorhanden ist

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 12:00 Uhr

„Der Zustand der öffentlichen Straßen, Rad- und Gehwege im Straßennetz der Landeshauptstadt Schwerin verschlechtert sich zunehmend.“ So steht es in einem Straßenunterhaltungskonzept der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS), das jetzt den Stadtvertretern vorgelegt wurde.

Die Stadt bewirtschaftet 534 Straßen mit einer Gesamtlänge von rund 350 Kilometern. Um die instand zu halten, hätte die Stadt im vergangenen Jahr 1,42 Euro pro Quadratmeter ausgeben müssen. Es waren aber nur 80 Cent. In den Jahren davor stellte sich die Situation noch schlechter dar: 2008 bis 2010 waren es nur 65 Cent. Lediglich 2011 sah es etwas besser aus – da waren es 1,05 Euro. Das Land hatte damals rund eine Million Euro für die Deckenerneuerung zur Verfügung gestellt.

Die geringen zur Verfügung stehenden Mittel werden in erheblichem Umfang kleinflächig zur Beseitigung von Oberflächenschäden zur Gefahrenabwehr eingesetzt. Und das geht zu Lasten des übrigen Straßennetzes. „Nachhaltige und vor allem vorbeugende Maßnahmen zum Substanzerhalt und Schutz der Gesamtbefestigung können nicht im notwendigen Maß umgesetzt werden“, so die SDS. Im Klartext: Es wurde nur geflickt. Das soll sich ändern. „Zukünftig sollen planmäßige Instandsetzungen verfolgt werden.“ Dazu wird jeder Abschnitt jeder Straße einmal im Jahr bewertet. Aus diesen Daten wird dann eine Maßnahmeliste abgeleitet „zur Untersetzung der geplanten finanziellen Mittel“.

Mit der Einführung der neuen kommunalen Finanzrechnung – der Doppik – musste eine so genannte Eröffnungsbilanz für die Landeshauptstadt erstellt werden. Dabei wurden auch alle Straßen begutachtet und bewertet – mit Schulnoten von eins bis sechs. Farblich auf eine Stadtkarte übertragen wird deutlich: In der Schelfstadt dominiert blau für die Note eins. In der Weststadt sind etliche Straßen orange für fünf und rot für sechs gekennzeichnet.

Dabei kann eine Straße sowohl gute als auch schlechte Abschnitte haben. Beispiel Rogahner Straße: Deren Noten reichen von 1,50 bis 5,62.Die Straße soll deshalb schnellstmöglich grundsaniert werden. Ähnlich sieht es beim Schulzenweg in Görries aus. Der hat die Note 5,75 im schlechtesten Abschnitt und soll, so der Plan, 2015 in Ordnung gebracht werden.

Auch kleinere Straßen sind grundsätzlich kaputt. Die Trasse Auf dem Dwang ist mit eins bis sechs benotet. 2015 sollen 15 000 Euro in die Instandsetzung gesteckt werden. 2017 dann der große Wurf: 170 000 Euro.

Eine Verbesserung des allgemeinen Straßenzustandes in Schwerin kann auch mit diesem Straßenunterhaltungskonzept nur erreicht werden, wenn das erforderliche Geld auch zur Verfügung steht. „Die Stadtvertretung beauftragt die Oberbürgermeisterin, die bedarfsgerechten Mittel zur Straßeninstandsetzung und -unterhaltung in der Haushaltsplanung jährlich zu ermitteln und zur Entscheidung vorzulegen“, heißt es in einer Vorlage für die Stadtvertretung. Und die hat dann das letzte Wort.

 

 

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