Christvesper in Stralendorf : Stralendorfer Hortkinder gestalten Krippenspiel

Probe für das  Stralendorfer Krippenspiel: Gemeindepädagogin Elisabeth Liefert (l.) betreut Kinder  an  vier Orten, die am Heiligen Abend die Geschichte aus der Heiligen Nacht in unterschiedlichen   Varianten erzählen.  Fotos: Werner Mett (3)
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Probe für das Stralendorfer Krippenspiel: Gemeindepädagogin Elisabeth Liefert (l.) betreut Kinder an vier Orten, die am Heiligen Abend die Geschichte aus der Heiligen Nacht in unterschiedlichen Varianten erzählen. Fotos: Werner Mett (3)

Geschichte aus der Heiligen Nacht wird leicht abgewandelt: Nach der Christvesper kann das Friedenslicht aus Bethlehem mit nach Hause genommen werden

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24. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Für zahlreiche Mädchen und Jungen gibt es am Heiligen Abend gleich zwei aufregende Ereignisse: Denn bevor es zu Hause die Weihnachtsgeschenke gibt, erzählen viele Kinder in den Dorfkirchen rund um Schwerin die Geschichte von Jesus Geburt in der Heiligen Nacht.

Das Krippenspiel bei der Christvesper am Heiligen Abend um 17 Uhr in der Stralendorfer Kirche wird von 15 Hortkindern, zwei Jugendlichen und helfenden Eltern gestaltet. Die Akteure sind ein bisschen nervös vor dem großen Auftritt heute Abend. Doch die meisten haben schon Erfahrung mit dem Krippenspiel. Und in der vorigen Woche gab es bereits eine Aufführung für die Hortkinder in der Kirche. „Wir arbeiten seit Jahren mit dem Hort zusammen“, berichtet Gemeindepädagogin Elisabeth Liefert. „Dafür bedanken wir uns immer mit einer Extra-Aufführung.“

Das Krippenspiel am 24. Dezember ist aber der Höhepunkt. „Ich will meiner Familie eine Freude bereiten und mache deshalb mit“, sagt Jakob Möller-Titel. Der Achtjährige spielt den Wirt – und das gleich dreifach. Denn zweimal weisen Wirtsleute die hochschwangere Maria und ihren Mann Josef bei der Suche nach einem Nachtquartier ab. Der dritte Wirt schickt sie in seinen Stall – wo Jesus geboren wird. „Ich wollte auch gern den Wirt spielen“, erzählt Niklas Seehafer (8). Doch da die Rolle schon vergeben war, stellt er nun den Josef dar. Maria wird von Amelie Möller-Titel (10) gespielt, die nicht nur gern auf der Bühne steht, sondern auch Geschichten und Gedichte schreibt und vorträgt.

Doch beim diesjährigen Krippenspiel in Stralendorf geht es eher klassisch zu. „Jedes Jahr wird die bekannte Geschichte variiert – mal etwas mehr und mal etwas weniger“, erläutert Elisabeth Liefert. So ist heute Abend ein Räuber zu erleben, der die Heiligen drei Könige überfallen will. Dass es nicht dazu kommt, ist eines der Wunder der Heiligen Nacht.

Dafür haben die Hortkinder in den zurückliegenden Wochen Texte gelernt und das Spiel eingeübt. Mit Laura de Vries (12) aus Dümmer und Friedrich Steller (13) aus Stralendorf haben sie auf der Bühne auch die Unterstützung von zwei Großen. Als Minister und Kaiser Augustus eröffnen sie das Krippenspiel. „Ich kenne die Atmosphäre in der Kirche ja schon aus den Vorjahren. Aber es ist immer wieder aufregend“, erzählt Friedrich. Laura wollte beim Krippenspiel in Stralendorf unbedingt mitmachen. Ihre Familie ist erst aus Dadow nach Dümmer gezogen. „Ich habe in den zurückliegenden Jahren immer in Gorlosen beim Krippenspiel mitgemacht“, berichtet die Zwölfjährige. „Die Kirche in Stralendorf ist kleiner, aber die Atmosphäre sehr schön.“ Abseits der Bühne haben zudem noch mehr Jugendliche daran mitgewirkt, dass das Krippenspiel heute gezeigt werden kann: Im Konfirmanden-Unterrichte bauten Jana Gaidetzka, Malte Roeske und Tjorben Hecht gemeinsam mit Pastor Roland von Engelhardt die Requisiten. Am meisten Arbeit machten die drei Wirtshaus-Türen: Jede wurde ganz bewusst anders gestaltet. Es sind Eingangstore für ein Holzhaus, ein Fachwerkhaus und einen Stall. „Ich habe öfter bei den Krippenspielen mitgewirkt. Das hat immer Spaß gemacht“, erzählt Jana. Jetzt einmal hinter den Kulissen zu wirken, das sei ebenfalls sehr interessant. Heute Abend will das Mädchen aus Dümmer auf jeden Fall in der Kirche sein und sich das Krippenspiel anschauen. Nicht dabei in Stralendorf wird Elisabeth Liefert sein. Für die Gemeindepädagogin gibt es in der Adventszeit immer viel zu tun, damit der Heilige Abend an mehreren Orten festlich gefeiert werden kann. Denn heute leitet Elisabeth Liefert die Krippenspiele in Parum (14 Uhr), Warsow (15.30 Uhr) und Gammelin (17 Uhr) sowie das Chorkonzert um 18.30 Uhr in Bakendorf. Denn Elisabeth Liefert ist auch dort als Gemeindepädagogin tätig. „In Stralendorf übernehmen deshalb Eltern aus der Kirchengemeinde die Betreuung am Heiligen Abend“, erzählt Liefert und ergänzt zuversichtlich: „Es wird schon alles klappen. Die Kinder in Stralendorf sind eine eingeübte Truppe.“

Für die Christvesper heute in Stralendorf hat Pastor Roland von Engelhardt noch einen weiteren Höhepunkt vorbereitet. Nach dem Krippenspiel besteht die Möglichkeit, eine Kerze am Friedenslicht aus Bethlehem zu entzünden und aus der Kirche mit nach Hause zu nehmen. „Um die Flamme sicher nach Hause tragen zu können, ist eine geschützte Laterne oder Kerze nötig“, betont Pastor Engelhardt. Er selbst hat das Friedenslicht am 21. Dezember aus Schwerin mitgebracht. Da fand an der katholischen St.-Anna-Kirche eine ökumenische Feier des Lichtes für Westmecklenburg statt. Dieses Symbol für den Frieden wird im Geburtsort von Jesus entzündet. Pfadfinder verteilen es in der weiten Welt. Die Idee dazu stammt aus Österreich und verbreitet sich mehr und mehr in Europa und Nordamerika. Auch die Stralendorfer Gottesdienstbesucher haben die Möglichkeit, heute Abend das Friedenslicht entgegenzunehmen und damit zu Hause die Kerzen am Weihnachtsbaum zu entzünden.

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