Fußball in Schwerin : Strafbefehle für Krawall-Macher

Schluss mit lustig: Als dänische Fans von Brøndby IF beim Fußballturnier 2017 Pyrotechnik zündeten, stand die Veranstaltung in der Sport- und Kongresshalle kurz vor dem Abbruch.
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Schluss mit lustig: Als dänische Fans von Brøndby IF beim Fußballturnier 2017 Pyrotechnik zündeten, stand die Veranstaltung in der Sport- und Kongresshalle kurz vor dem Abbruch.

Beim vergangenen Fußballturnier des FC Mecklenburg Schwerin machten dänische Anhänger Ärger – und genau den haben sie jetzt auch

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06. Januar 2018, 05:00 Uhr

Sie zündeten Pyro-Fackeln und Böller und sorgten fast für einen Turnierabbruch – einige Anhänger des dänischen Fußball-Clubs Brøndby IF sind den Organisatoren und Besuchern des letztjährigen kurzurlaub.de-Cups des FC Mecklenburg Schwerin nicht in guter Erinnerung geblieben. Bei mindestens zwei von den Krawallmachern wird die Fahrt nach Schwerin auch nicht in guter Erinnerung bleiben, denn Polizei und Staatsanwaltschaft haben für ein rechtliches Nachspiel gesorgt.

Schöne Spiele, feine Tore und gute Stimmung – so ging es am 7. Januar 2017 lange Zeit vor rund 3200 Zuschauern in der Kongresshalle zu, ehe einige der rund 150 Gäste-Fans aus Dänemark für den Eklat sorgten. Beim Spiel des U 19-Teams von Brøndby gegen den Gastgeber wurde die Pyrotechnik gezündet. Das Spiel wurde unterbrochen, die Alarmanlage in der Halle ging an und während die Feuerwehr mit einem Löschzug anrückte, flogen auf der Tribüne die Fäuste. 45 Minuten später hatte die Polizei den dänischen Block geräumt und die Gäste erst zu den Bussen und dann bis zur Autobahn begleitet.

Doch damit war die Arbeit der Polizei noch nicht beendet. „Umfangreiche Videoaufnahmen waren vorhanden und in sozialen Netzwerken wurde geforscht, um die Übeltäter zu ermitteln. Zudem war ein szenekundiger Kontaktbereichsbeamter aus Dänemark mit in Schwerin, der wertvolle Hinweise zur Identität der Krawallmacher liefern konnte. Die Polizei vor Ort hat gute Arbeit geleistet“, sagt Claudia Lange von der Staatsanwaltschaft Schwerin.

Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf und beantragte Strafbefehle. Die Vorwürfe: Landfriedensbruch, Körperverletzung, Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz sowie der Missbrauch von Notrufen.

Im Oktober und November hat die Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen zwei 21- und 23-jährige Dänen beantragt. Dem Jüngeren wird Landfriedensbruch und Körperverletzung – beim Zünden eines Böllers erlitt ein Polizist ein Knalltrauma –, dem Älteren Landfriedensbruch vorgeworfen. „Sie müssen mit Geldstrafen rechnen. Die Verfahren sind jedoch noch nicht rechtskräftig abgeschlossen, deshalb wollen wir zur Höhe der Geldstrafe derzeit nichts sagen“, heißt es von einem Sprecher des zuständigen Amtsgerichts.

Für die Turnierausrichter vom FC Mecklenburg stand schon kurz nach dem Eklat fest: „Wir lassen uns von Chaoten das Turnier nicht kaputt machen.“ Und so kommt es heute auch zur dritten Auflage. Um 15 Uhr startet der Lübzer-Pils-Cup in der Kongresshalle. Brisant dürfte es diesmal wohl nur auf dem Fußball-Parkett zugehen, denn zum Teilnehmerfeld gehört keine Fanschar, die der Polizei aus sicherheitstechnischen Gründen Sorgen bereitet. Ursprünglich hatte der FCM auch ein Team der Grashoppers aus Zürich eingeladen. Die Fans dieses Schweizer Vereins gelten nicht als zart besaitet. Deshalb äußerte die Polizei ihre Bedenken. Der FCM reagierte und verzichtete auf eine Teilnahme der Schweizer. Erstmals nicht beim Cup vertreten ist diesmal auch ein Team des FC Hansa Rostock.

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