Kommentar : Stirbt eines, sterben alle

svz.de von
09. Dezember 2015, 20:30 Uhr

Da geht es hin, das Staatstheater Mecklenburg. Obwohl Minister Brodkorb seit 2011 mit allen Theatern verhandelt, ist ihm bislang nur ein Reformprojekt gelungen – nämlich die Fusion Schwerin/Parchim. So schien es bis gestern. Aber selbst das neue Staatstheater Mecklenburg steht jetzt auf der Kippe. Und keiner will Schuld daran haben.

Das Volkstheater Rostock hat sich längst von der Fusion verabschiedet. In Neustrelitz, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald lauern die Theaterträger auf Ergebnisse in Schwerin. Das ist die Misere der Eskalation zwischen dem Kultusminister und der Schweriner Stadtpolitik. Stirbt das Vorzeigeprojekt, sterben alle Reformvorhaben – und Brodkorb steht am Ende mit leeren Händen da, wie alle seine Vorgänger.

Das scheint das Kalkül in Schwerin. Bislang hat das Land immer Geld nachgeschossen. Warum sollte das im Wahljahr nicht klappen? Generalintendant Kümmritz provoziert zudem mit Ballettvorstellungen mit Musik aus der Konserve oder Konzerten ohne Einführung der Musikdramaturgin. Das verärgert das Publikum. Vorsicht: Wenn Brodkorb sauer ist, muss er das als Politiker aushalten. Wenn das Publikum verärgert ist, verliert das Theater den Rückhalt seiner Fans.

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