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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 11:32 Uhr

Starkes Stück : Stinkender Abfall im Regenwasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lankower Kleingärtner sauer über Verunreinigung am Lankower See

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Am Lankower See stinkt es. Nicht nur sprichwörtlich. Und nur manchmal. Seit mehreren Jahren spült nicht nur Regenwasser am Klotzwerder, der kleinen Halbinsel schräg unterhalb der Schwimmhalle, in den Lankower See, sondern periodisch auch Abfall und Fäkalien. Immer regelmäßig und manchmal für ein paar Stunden, beim nächsten Mal sogar über Tage. Das berichten mehrere Kleingärtner am „Heißen Draht“ unserer Redaktion und hoffen auf Abhilfe. Doch das ist gar nicht so einfach, erklärt Lutz Nieke, Chef des städtischen Eigenbetriebes Schweriner Abwasserentsorgung (SAE).

Denn über den sich unterirdisch in mehreren Abstufungen unter den Kleingärten zum Lankower See schlängelnden Regenwasserkanal ergießt sich das Wasser aus der gesamten Weststadt, einem weit verzweigten Kanalsystem, das unterhalb der Hans-Fallada-Straße in die Kleingartenanlage mündet. Dort hat der eiförmige Kanal eine stattliche Größe von 1,30 mal 0,90 Metern. Eine Begehung oder Kamerabefahrung sei dennoch nicht machbar, erklärt Britta Dumke, die als Gruppenleiterin den Betrieb der SAE absichert. Der Kanal verjünge sich, habe mehrere „Treppen“, um das Gefälle zum See hin auszugleichen. So lasse sich also nicht so einfach klären, wie zur Drainage vom Sportplatz Lessingstraße und den Straßen und Plätzen der übrigen Weststadt Verunreinigungen ins Wasser kommen können.

„Eigentlich kann es nur illegal eingeleitet worden sein“, sagt SAE-Werkleiter Lutz Nieke vorsichtig. Er will keinen Generalverdacht erheben. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es sich dabei um einen Straftatbestand handelt. „Wir werden nicht zögern, Strafanzeige zu stellen“, erklärt der Werkleiter. Die Mehrzahl der Kleingärtner aus den drei angrenzenden Sparten hat Nieke dabei aber garantiert auf seiner Seite. „Das geht schon seit vier oder fünf Jahren so. Und es wird immer schlimmer“, berichtet beispielsweise Eberhard Lux. Der passionierte Petrijünger angele seit Jahren in der kleinen Bucht des Lankower Sees, wo das Regenwasserrohr mündet. „In diesem Jahr habe ich hier noch nicht einen einzigen Biss gehabt.“

Die SAE nehme auch deshalb das Problem sehr ernst. Denn neben einem Angelparadies ist der Lankower See in den vergangenen Jahren auch immer beliebter für Badegäste geworden. Neben der offiziellen und bewachten Badestelle am Südufer gibt es mehrere kleine – unter anderem auch an Klotzwerder. „Wir werden sofort eine genaue Kontrolle einleiten, sobald wir von einer Verunreinigung erfahren“, verspricht Werkleiter Nieke. Selbst wenn es sich nur um Verstopfungen oder andere technische Probleme handele, müsse die SAE es schnell erfahren, um Abhilfe zu schaffen. Deshalb sollten Kleingärtner oder auch Passanten sich sofort an die zentrale Störannahme wenden. Unter Telefon 6334222 sei rund um die Uhr jemand erreichbar.

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