Fritz-Reuter-Bühne Schwerin : Sternchen überstrahlt die Dramaturgie

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Ulrike Stern ist die neue Dramaturgin der Fritz-Reuter-Bühne. Schüttpelz

Ulrike Stern hat das Büro des Chefdramaturgen der Fritz-Reuter-Bühne unter dem Dach des Mecklenburgischen Staatstheaters bezogen. Sie hat bereits Aktien am aktuellen Stück "Pettersson und Findus".

svz.de von
10. Juli 2012, 10:16 Uhr

Altstadt | Der legendäre Schweriner Operndirektor Werner Saladin nannte sie immer liebevoll "Sternchen", aber mittlerweile ist sie den Kinderschuhen entwachsen, ihr Stern strahlt: Ulrike Stern hat das Büro des Chefdramaturgen der Fritz-Reuter-Bühne unter dem Dach des Mecklenburgischen Staatstheaters bezogen. Stolz steht die 33-Jährige neben der Büste des großen niederdeutschen Schriftstellers und vertellt up Platt, was sich in der "Fritz-Reuter-Truhe" befand, die das Ensemble gerade bei den Festspielen in Stavenhagen vom Literaturmuseum und dem Heimatverband verliehen bekommen hat. Ulrike Stern fühlt sich Zuhause.

"Ich arbeite ja auch schon seit acht Jahren in der Fritz-Reuter-Bühne und habe hier gemeinsam mit Manfred Brümmer, meinem langjährigen Kollegen und großen Vorbild, an vielen Stücken geschrieben, die wir in Schwerin auf die Bühne gebracht haben", erzählt sie. Auch an der aktuellen Inszenierung "Pettersson und Findus", das die niederdeutsche Sparte des Mecklenburgischen Staatstheaters derzeit im Freilichtmuseum in Mueß aufführt, hat sie maßgeblich mitgearbeitet. "Wir müssen alle Stücke an unsere Bedingungen anpassen und ins Mecklenburger Platt bringen", sagt Ulrike Stern, die erst durch ihre Arbeit ans Niederdeutsche herangeführt wurde. Als gebürtige Schwerinerin habe sie natürlich Platt verstanden, aber so richtig snacken, das mache sie erst seit ein paar Jahren. Als sie mal eine Aufführung anmoderiert habe - Politik un Antenschied - und die Anten nicht ordentlich lang gezogen habe, sei sie heftig aus dem Publikum gerügt worden, erinnert sie sich und lacht. Damals habe sie sich ein bisschen darüber geärgert, heute freue sie sich, wenn schon Kinder aus dem Publikum ihren Senf dazu geben. "Plattdeutsch ist eine lebendige Sprache", kommentiert sie schmunzelnd.

Dann nimmt Ulrike Stern wieder am Schreibtisch Platz, wo sich sichtbar die Arbeit stapelt: Manuskripte, Vertragsentwürfe, Gastspielpläne, Abrechnungen und vieles mehr, was weit über die eigentliche Arbeit der Dramaturgie hinaus geht. "Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete, denn Manfred Brümmer hat eine geniale Arbeit geleistet. Aber durch unsere langjährige Zusammenarbeit kenne ich das Metier gut und die Kollegen und werde mir Mühe geben, seine Arbeit gut fortzuführen", sagt die neue Dramaturgin der Fritz-Reuter-Bühne.

Mit "Pettersson und Findus" ist ihr das schon mal ausgezeichnet gelungen. Aus der langen Geschichte wurden zwei Episoden für die Inszenierung ausgewählt und zu einer Mischversion verarbeitet. Die Bäckersfrau erzählt auf Hochdeutsch, Pettersson und Kater Findus snacken platt, der eitle Hahn spricht natürlich nur Hochdeutsch, das Huhn will das,verheddert sich aber hoffnungslos im Niederdeutschen.

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