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Schweriner kreiert Mosaike : Stein für Stein zum Kunstwerk

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heinz Kolbe ist gelernter Fliesenleger und verbringt auch noch als 87-Jähriger viel Zeit mit dem Gestalten von Mosaiken

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erstellt am 13.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Im alten Rom oder antiken Griechenland waren sie allgegenwärtig: Mosaike. Die aus kleinen Steinen zusammengefügten Bilder schmückten Straßen, Giebel, Fußböden und Wände. Heute ist diese Kunst selten geworden. Doch ein Schweriner beherrscht sie in Perfektion: Heinz Kolbe.

Der gelernte Fliesenleger ist zwar schon 87 Jahre, doch sein Hobby übt er noch mit geübtem Auge und sicherer Hand aus. „Wenn ich in meine kleine Werkstatt gehe, tauche ich in eine andere Welt ein“, erzählt der rüstige Rentner. Denn für die Mosaik-Kunst sei Ruhe und Konzentration unumgänglich. „Hier muss ein Teil zum anderen passen. Da kann man nicht einfach irgendeins nehmen“, sagt der erfahrene Kunsthandwerker, nimmt ein Fliesenstück aus der bereit stehenden Schale zur Hand und demonstriert, wie die Abstände zu den nächsten sein müssen, damit ein harmonisches Bild entsteht.

Doch bevor er überhaupt mit dem Mosaiksteinchen loslegen kann, zeichnet er das beabsichtigte Motiv auf den Untergrund – in der Regel eine Sperrholz- oder Spanfaserplatte, die er zuvor grundiert hat. Ein Bild beginnt Heinz Kolbe genau wie die meisten Puzzle-Spieler mit dem Rand. Dann folgt das Motiv – zum Beispiel eine Blume, eine Tracht, ein Auto, ein Tier.

Das Material – Bruchstücke von Wandfliesen in unterschiedlichen Farben – hat er auf seinem Arbeitstisch in kleinen Schalen griffbereit. Doch weil ein Mosaik kein industriell vorbereitetes Puzzle ist, muss Heinz Kolbe viele Teile wie etwa spitze Dreiecke oder Rundungen separat zuschneiden. Das macht der erfahrene Fliesenleger mit der Kneifzange. Dann folgt der Feinschliff. Den bekommt jedes Einzelteil mit einem Schleifstein. Alles Handarbeit. „So wird die Gefahr, dass etwas abplatzt oder sich jemand an dem Bild verletzt, minimiert“, erklärt der Künstler und streicht mit der Hand über ein fertiges Bild. Alles glatt. Passt das Mosaiksteinchen, wird es mit Fliesenkleber auf der Platte fixiert und das nächste folgt. „Ich arbeite meist nur ein, zwei Stunden hintereinander, weil man sich sehr konzentrieren muss und ganz leicht ist die Handarbeit auch nicht“, sagt der 87-Jährige schmunzelnd. Sind alle Stückchen aufgeklebt, kann mit dem Verfugen begonnen werden. Nach dem Reinigen ist es geschafft – ein wunderbar leuchtendes, oft plastisch wirkendes Bild ist entstanden.

Seine Arbeiten hat Heinz Kolbe schon mehrfach ausgestellt, zum Beispiel in der Sparkasse, im Stadthaus und in Arztpraxen. Er würde seine Mosaiken auch abgeben. „Ich will damit kein Geschäft machen, für einen kleinen Obolus sind sie schon zu haben. Ich würde mich freuen, wenn sie in Kitas, Firmengebäuden oder Kantinen andere Menschen erfreuen“, sagt der Schweriner. Unter der Telefonnummer 0385/ 714319 können sich Interessierte am besten um die Mittagszeit mit Heinz Kolbe verabreden.

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