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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 05:36 Uhr

Schwerin : Stau im Osten – Ärger im Westen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Weststädter beschweren sich über die schlecht ausgeschilderte Baustellen-Umleitung, dagegen bleiben Klagen wegen Werderstraßen-Staus aus

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 21:15 Uhr

Die Baustelle auf der Kreuzung Obotritenring/Wittenburger Straße sorgt weiter für Ärger. Der Grund sind aber nicht der zusätzliche Verkehr und die damit verbundenen Staus in der Werderstraße: Der Umleitungsverkehr durch die Weststadt nervt Anwohner. Etliche Autofahrer benutzen nicht die von der Stadt vorgesehene Strecke über die Werner-Seelenbinder-, Brahms- und Lessingstraße, sondern fahren durch die Bach- oder Carl-Moltmann-Straße. „Am Anfang war es absolut chaotische“, sagt Klaus-Michael Rothe am SVZ-Telefon. „Die Wild-West-Geschichten sind aber Gott sei Dank vorbei.“ Trotzdem kritisiert der Anwohner aus der Bachstraße die Stadt. „Die Umleitungsstrecke sollte ,ordentlich’ ausgeschildert werden. Jetzt suchen Autofahrer den kürzesten Weg.“ Und der führt eben durch die engen Anwohnerstraßen. Nach Rothes Einschätzung fahren zwei Drittel der Fahrzeuge, die aus Richtung Neumühle kommen, nicht über die Brahmsstraße. Das Amt für Verkehrsmanagement schätzt die Situation anders ein. „Durch die Bachstraße fahren nach unserer Zählung etwa 1300 Autos pro Tag“, sagt Amtsleiter Bernd-Rolf Smerdka. „Das sind weniger, als im Jungfernstieg, auch eine Wohnstraße.“ Außerdem habe die Polizei es abgelehnt, mehr Schilder aufstellen zu lassen. Dass es nur relativ wenige Autos sind, die die Bachstraße nutzen, lässt Klaus-Michael Rothe nicht gelten. „Das ist Quatsch, das ist ein Märchen. Die sollen mal morgens, am späten Nachmittag und abends zählen.“

Auch die Aufregung der Anwohner in der Voß- und der Sandstraße kann Bernd-Rolf Smerdka nicht verstehen. Dort hatte eine Interessengemeinschaft 300 Unterschriften gegen eine Umleitung durch ihre Straßen gesammelt und dem Stadtpräsidenten übergeben (SVZ berichtete). „Dort gibt es gar keine offiziell ausgeschilderte Umleitung“, sagt Smerdka. „Und so viele Autos fahren dort auch nicht. Unsere Zählung hat sogar ergeben, dass es jetzt weniger sind als 2011.“ Es sei außerdem nicht möglich, wie von den Anwohnern gefordert, eine Umleitung durch die Reiferbahn zu organisieren. Die Straße sei dafür gar nicht ausgelegt. Außerdem wäre die Belastung für die Lübecker und die Arsenalstraße viel zu hoch. „Die Leute haben das Sankt-Florians-Prinzip im Kopf. Das geht aber nicht“, sagt Smerdka.

Heute Abend kommt es für Autofahrer noch einmal besonders dicke. In der Sport- und Kongresshalle ist die irische Tanzshow „Riverdance“ zu erleben. Zeitgleich spielen in der Arena die SSC-Volleyballdamen gegen Aachen. Tausende Zuschauer werden zu beiden Veranstaltungen erwartet. Kommen die allerdings aus Richtung Platz der OdF und wollen in die Kongresshalle, dürfte das große Suchen einsetzen. Eine Umleitung ist nicht ausgeschildert. Auch das hat die Polizei abgelehnt, berichtet der Chef des Amtes Verkehrsmanagement, Bernd-Rolf Smerdka.

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