Tourismus : Statistik belegt: Kultur zieht Gäste

Theater unter Sternen: Das Mecklenburgische Staatstheater präsentierte auf dem Alten Garten in Schwerin die Schlossfestspiele mit der Oper„La Traviata“.
Theater unter Sternen: Das Mecklenburgische Staatstheater präsentierte auf dem Alten Garten in Schwerin die Schlossfestspiele mit der Oper„La Traviata“.

Im bundesweiten Städtevergleich liegt Schwerin im Mittelfeld, kann aber mit Kunst und Historie punkten. Schlossfestspiele sind Besuchermagnet

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23. September 2015, 12:00 Uhr

Beim Rückblick auf den Schweriner Kultur- und Gartensommer sagen die Touristiker übereinstimmend: Kultur ist ein wesentlicher Standortfaktor, der Gäste in die Landeshauptstadt zieht. Quotenbringer wie beispielsweise die Schlossfestspiele des Staatstheaters sorgen für ausgebuchte Hotels und volle Gaststätten.

„Wir hatten in diesem Jahr rund 28 000 Besucher bei der Sommeroper, drei Viertel davon kamen von auswärts“, sagt Dr. Rita Gerlach-March, Marketingchefin des Theaters. „Seit Jahren erheben wir Besucherdaten, die relativ konstante Größen aufweisen: ein Viertel sind Schweriner, ein Viertel kommt aus dem Umland, ein weiteres Viertel sind Hamburger und der Rest reist aus ganz Deutschland und dem Ausland an.“ Die Erhebung erfolge zwar nicht repräsentativ, erlaube aber durch die Konstanz klare Aussagen. Ähnlich verhalte es sich auch beim Musical in der Winterspielpause. Mehr als die Hälfte der jährlich gut 6000 Besucher seien Gäste der Stadt.

„Die Kultureinrichtungen der Stadt und die Veranstaltungen des Kultur- und Gartensommers sind die Tourismusmagnete der Landeshauptstadt“, sagt Katharina Lawrenz, Marketing-Leiterin der Stadtmarketing Gesellschaft. Stolz nennt sie die aktuellste Zahlen: Die museale Schleifmühle begrüßte gerade den 9000. Besucher. Im Schleswig-Holstein-Haus wurden bis Ende des Sommers 15  000 Gäste gezählt und die bedeutendste Ausstellung des Jahres – eine Werkschau des Schauspielers Armin Mueller-Stahl – Schauspieler stehe noch bevor. Das Schlossmuseum kann die Besucherzunahme aus dem Ausland am Beispiel der Kreuzfahrer ablesen, die sich bei Führungen Schwerins Wahrzeichen anschauen. Und ihre Zahl geht in die Tausende.

Um Kunst und Kultur gezielt als Tourismusbringer zu nutzen, beraten sich die Marketing-Experten mit den Kulturmachern. „Das A-cappella Festival beispielsweise hat sich großartig entwickelt. Das kann ausgebaut werden“, kündigt Kulturbüro-Chefin Marita Schwabe an. Um die Anziehungskraft des Schleswig-Holstein-Hauses zu erhöhen, hat die Stadtvertretung ein neues Konzept beschlossen.

Ein anderes Beispiel ist die „Klangwelle“, die Licht-Wasser-Musik-Inszenierung am Bertha-Klingberg-Platz. Die Show habe sich nicht bewährt und wurde deshalb aus dem Programm genommen, erläutert Lewerenz. Im Gegenzug aber sei die Illuminierung des Schlosses – eine durch Beleuchtung inszenierte Zeitreise – hervorragend angenommen worden. „Das wird fortgesetzt“, kündigt sie an.

Dankbar ist die Schweriner Marketing-Expertin auch der Leitung der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die die Zahl der Konzerte in Schwerin deutlich erhöht hat. Und neue Formate wie das Fahrrad-Konzert zeigen, wie durch das Zusammengehen vieler Partner innovative Ideen umgesetzt werden können.

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