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Unterwegs an der Warnow : Startschuss für Radwegebau gefallen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwischen Langen Brütz und Kritzow wird eine knapp drei Kilometer lange Strecke für Radler gebaut: Baukosten betragen 690 000 Euro

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Der Startschuss für den Bau des 2,7 Kilometer langen und 2 bis 2,5 Meter breiten Radweges zwischen Langen Brütz und Kritzow ist noch im alten Jahr erfolgt: In der Warnowniederung, das ist etwa Mitte des Strecke, haben die ersten Arbeiten begonnen. Warum gerade hier und zu diesem Zeitpunkt, erklärt Bürgermeister Gunnar Weinke. „In diesem Abschnitt mussten mehrere Bäume gefällt werden. Das ist mit der Fachbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim abgestimmt. Diese Arbeiten sind nur in den Wintermonaten möglich – wegen des Vogelschutzes.“

Ein weiterer Grund sei dieser: In der Niederung ist eine schwimmende Gründung des Radweges vorgesehen. Denn der Torfboden ist nicht tragfähig. Ihn gegen Kies auszutauschen, das wäre der Gemeinde zu teuer geworden, so Weinke weiter. Jetzt werde ein Spezialgewebe eingelegt, darauf folgt eine Kiesschicht, dann wieder das Gewebe und Kies. Auf diese Weise werde ein Damm aufgeschüttet. Das Erdreich kann sich in den folgenden Wochen setzen. Der Damm wird an dieser Stelle rund 80 Meter lang sein. In Richtung bis zum so genannten Wäldchen, Höhe Abzweig Am Raden, werde ebenfalls ein Damm errichtet. Die Aufschüttung folgt der Straßenführung und verhindert so eine extreme Steigung, die ansonsten mehr als zehn Prozent betragen hätte, informiert der Bürgermeister. Welchen Belag der Abschnitt in der Warnowniederung bekommt, das werde erst später entschieden: Entweder wird er asphaltiert oder er erhält eine wassergebundene Decke. Das hänge davon ab, wie sich das Erdreich gesetzt hat.

In einer zweiten Etappe wird dann der restliche Weg errichtet – dieser wird ausschließlich asphaltiert. Der Radweg führt in Langen Brütz (Höhe Gemeindehaus) auf der nördlichen Seite nach Kritzow. An der Strecke im Ort müssen einzelne Obstbäume abgenommen werden. Weinke: „Es gibt leider keine andere Möglichkeit, wir können sie nicht erhalten.“

Der Radweg wird zwei Meter von der Straße ab angelegt. Nach ursprünglichen Planungen sollte der Abstand zehn Meter betragen. Doch in einem Gutachten sei nachgewiesen worden, dass der Radweg näher an die Straße rücken könne. Die Arbeiten würden die hier stehende Bäume nicht beschädigen. Daraufhin konnte dieser Teil des Radwegebaus in Abstimmung mit dem Landkreis umgeplant werden. Das Gleiche werde nun für den Abschnitt von der Warnow-Brücke in Richtung Kritzow geprüft. Auch hier sollte der Radweg nach früherer Vorgabe zehn Meter von den Straßenbäumen verlaufen. Ist die andere Variante möglich, werde auch dieser Teil umgeplant. Die Gemeinde kann dabei sogar Geld sparen, muss sie doch nicht so viel Ackerfläche vom Eigentümer ankaufen. Bürgermeister Weinke rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Februar ausgeschrieben werden und die eigentlichen Arbeiten Anfang April beginnen können – dann in einem Bauabschnitt.

Die Planung für dieses Projekt hat das Ingenieurbüro Gerry Wehrle aus Güstrow übernommen. Die Arbeiten in der Warnow-Niederung führt das Leezener Bauunternehmen Matthäi aus.

Die Baukosten betragen insgesamt 690 000 Euro. Das Vorhaben wird vom Wirtschaftsministerium im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ unterstützt; auch aus dem Landwirtschaftsministerium fließen Mittel aus dem „Europäischen Landschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“. Zusammen sind es immerhin knapp 434 000 Euro. Für die restliche Summe kommt die Gemeinde auf. Sie hat das Geld in den vergangenen Jahren eigens dafür angespart.

Bürgermeister Weinke hofft, dass sich die Kosten im vorgegebenen Rahmen halten und der Radwegebau im Sommer fertig ist. Der Weg verbindet nicht nur die Dörfer Langen Brütz und Kritzow. Er ist auch für den Tourismus in der Region wichtig. Die Nachbargemeinde Leezen hat einen Radweg vor wenigen Jahren in Richtung Langen Brütz gebaut. Die Radler können über diesen Weg weiter entlang des Pohlsees nach Langen Brütz gelangen und von dort über die Kleefelder Straße in Richtung Gemeindehaus. Hier schließt sich dann der neue Radweg an.

Die Region östlich des Schweriner Sees besteche durch ihre naturbelassene Landschaft, betont das Wirtschaftsministerium. „Vom Ausbau profitieren vor allem touristische Unternehmen wie Hotels und Gaststätten. Der Radtourismus ist für Mecklenburg.Vorpommern ein wichtiger Erwerbszweig“, betont der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe.

Gunnar Weinke ist froh, dass das Projekt endlich ein Ende findet. Denn seit zehn Jahren beschäftigt sich die Kommune damit. 2007 wurde das Projekt konkreter und die ersten Gespräche fanden statt. „Wir haben zügig mit der Planung begonnen. Jetzt hat es aber unterm Strich sechs Jahre gedauert, bis das Vorhaben realisiert werden konnte“, so der Bürgermeister von Langen Brütz. Zwischendurch gab es Überlegungen, vom Projekt Abstand zu nehmen – auch wegen der Kosten. Aber bei einer solch großzügigen Förderung sei das Projekt letztendlich doch attraktiv gewesen. Dass die Kosten im Laufe der Jahre so drastisch angestiegen sind – im Jahr 2007 sollte der Radweg noch 308 000 Euro betragen – sei nach seinen Worten unter anderem den steigenden Anforderungen an die Planung , den gestiegenen Baukosten und dem Umweltschutz geschuldet.

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