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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 13:29 Uhr

Muslime in Schwerin : Standortsuche für eine Moschee

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Räume in der Anne-Frank-Straße reichen nicht mehr aus – jetzt schließt der Islamische Bund auch Neubau nicht mehr aus

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Es gibt Bewegung in der Standortsuche für eine neue Moschee in Schwerin. Denn der Islamische Bund in Schwerin schließt jetzt auch nicht mehr einen Neubau aus, berichtet Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum auf SVZ-Anfrage. Derzeit ist die Moschee Assalam in einem ehemaligen Kita-Gebäude in der Anne-Frank-Straße untergebracht. Wegen der hohen Betriebskosten soll das Objekt auf dem Großen Dreesch jedoch verkauft werden. Die in Abstimmung mit der sunnitischen Gemeinde erfolgte Ausschreibung der Immobilie hat vorgesehen, dass ein Ersatzobjekt seitens des Käufers zur Verfügung zu stellen ist. Es gäbe zwar Kaufinteressenten, doch bislang kein Angebot, das alle Seiten wirklich zufrieden stellt. Für Nottebaum geht es aber auch um die Stadtentwicklung in diesem Bereich. „Wir wollen dort eine Wohnbebauung“, sagt der Baudezernent und verweist auf die Entwicklung des benachbarten Anne-Frank-Karrees. „Deshalb würden wir die alte Kita gerne abreißen lassen. Aber dafür braucht es für die Moschee eben erst einmal eine Alternative.“

Darauf hofft auch der Islamische Bund. Denn die Räume reichen für die vielen Gläubigen kaum mehr aus. So könnte sich Mohamed Dib Khanji, der Vorsitzende des Islamischen Bunds, den Wechsel an einen anderen Standort sehr gut vorstellen. „Wir halten seit drei Jahren schon Ausschau nach einer Alternative“, sagt er.

Mehr als 150 Muslime versammeln sich derzeit zum Freitagsgebet in der Moschee Assalam. „Durch die Flüchtlinge aus Syrien ist unsere Gemeinde gewachsen“, erklärt Mohamed Dib Khanji. Aber unter anderem auch aus Nigeria, Eritrea, Algerien, dem Irak, dem Libanon und Palästina kämen die Menschen, die sich beim Islamischen Bund in der Anne-Frank-Straße treffen.

Vor einem Jahr hatte Mohamed Dib Khanji selbst einen möglichen neuen Standort ins Gespräch gebracht – ebenfalls eine ehemalige Kita und zwar in der Pecser Straße. „Doch das wäre für den Islamischen Bund zu teuer geworden“, berichtet Nottebaum. Der Umbau wäre zu aufwändig gewesen. Jetzt jedoch schließe die Gemeinde auch einen Neubau nicht mehr aus und würde auch andere Stadtteile prüfen. „Wir haben eine Freifläche in der Hegelstraße dafür im Blick“, erklärt der Baudezernent. Und es gibt noch eine Alternative: In der Otto-von-Guericke-Straße steht ein ehemaliger Supermarkt leer…

Bis zu einer größeren neuen Moschee gibt es aber noch viel zu tun, weiß auch der Baudezernent. Denn völlig aus eigener Kraft wird der Islamische Bund nicht bauen können. Neben einem geeigneten Investor für die Anne-Frank-Straße und einem geeigneten Standort für die Assalam-Moschee bedarf es also auch noch Städtebaufördermittel.



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