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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 16:09 Uhr

Schöne Erinnerungen : Standesamt als Publikumsmagnet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Am Tag des offenen Denkmals kamen hunderte Schweriner in die August-Bebel-Straße 29 – viele von ihnen haben hier geheiratet

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Klaus und Gisela Pinske haben ihr Hochzeitsfoto mitgebracht: Am 10. April 1965 gaben sich die beiden Schweriner das Ja-Wort im alten Standesamt in der August-Bebel-Straße. Ein halbes Jahr vor ihrer Goldenen Hochzeit nutzten sie den Tag des offenen Denkmals dazu, um sich den Ort noch einmal anzuschauen, an dem alles begann. Und sie waren am Sonntag bei Weitem nicht die Einzigen mit ganz persönlichen Erinnerungen. Gerhard und Waltraud Voß heirateten am 22. September 1956 hier, als Festmahl gab es Heringssalat. Auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat hier „Ja“ gesagt, auch sie ist ein Fan des sanierten Hauses in der August-Bebel-Straße 29, das 1894 als Sitz der Kuetemeyer-Schencke-Steineck’schen Stiftung gebaut worden war – nach Entwürfen des Schweriner Baurates Gustav Hamann. Der Bau interpretiert italienische Palastarchitektur, die Straßenfassade zeichnen Bauornamente im Sinne des mecklenburgischen Johann-Albrecht-Stils aus.

Im späteren Trauzimmer tagte damals der 13-köpfige Vorstand und verteilte die Stiftungsgelder, erzählte Denkmalpflegerin Steffi Rogin, die gestern Führungen durch das Haus veranstaltete. Viele hundert Besucher waren gekommen, staunten über die gut erhaltenen Wandpaneelen, die schönen Decken, die Öfen und über den lauschigen Hinterhof mit Souterrain-Wohnung an der Stelle, wo einst ein Partykeller samt Sauna für Stimmung sorgte.

Insgesamt drei Wohnungen, allesamt über einen Seiteneingang erreichbar, hat der neue Eigentümer und Sanierer Martin Henning Bischoff bereits vermietet. Nur der Hauptkomplex, das ehemalige Standesamt, hat den passenden Bewohner noch nicht gefunden. Der von vielen Schwerinern favorisierten Idee, das Trauzimmer wieder zu reaktivieren, erteilte Angelika Gramkow am Sonntag allerdings eine klare Absage: „Wir haben ernsthaft geprüft, an diesem Ort wieder Eheschließungen vorzunehmen – das komplette Standesamt aus dem Stadthaus abzuziehen, ergäbe keinen Sinn. Aber auch die Anmietung der Räume für Trauungen kann sich Schwerin nicht leisten. Schließlich bieten wir mit dem Schleswig-Holstein-Haus, der historischen Bibliothek im Schloss und dem Rathaus genug Alternativen zum Stadthaus.“

Genug Möglichkeiten gab es auch für Denkmal-Fans am Sonntag. Neben der August-Bebel-Straße 29 öffneten die Kirchen St. Anna und St. Paul zu besonderen Führungen. Im Fürstenzimmer im Hauptbahnhof berichtete Vereinsvorstand Reinhard Kruse über die Farbgestaltung im Vestibül, über Stuck und aufwändig verzierte Holzdecken. Und er ließ Besucher teilhaben an seinem reichen Wissen über die Anfänge der Eisenbahn in Mecklenburg und den Herzog.

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