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Die Strompreise steigen - auch in Schwerin : Stadtwerke zogen 758-mal den Stecker

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In Schwerin sind jedes Jahr hunderte Haushalte von Stromsperrungen bedroht. Die Stadtwerke Schwerin schicken jährlich mehr als 3200 Ankündigungen an Haushalte, ihnen den Stecker zu ziehen.

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erstellt am 10.Feb.2013 | 06:19 Uhr

Schwerin | Während auf Bundesebene über die erneut gestiegenen Strompreise gestritten wird, sind in Schwerin jedes Jahr hunderte Haushalte von Stromsperrungen bedroht. Die Stadtwerke Schwerin schicken jährlich mehr als 3200 Ankündigungen an Haushalte, ihnen den Stecker zu ziehen. Das teilt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow mit. Die rote Karte erhalten die Kunden, die ihre Rechnung nicht bezahlen, mindestens drei Tage vor dem Abstelltermin. Die meisten überweisen die überfällige Rate im letzten Moment, allerdings werden seit dem Jahr 2010 pro Jahr knapp 800 Haushalte vom Stromnetz gekappt - im vergangenen Jahr betrug deren Anzahl 758, im Jahr 2010 genau 798. Die Zahlen sind stabil, im Jahr 2011 waren 746 Stromabschaltungen vorgenommen worden.

"Ursachen für die Sperrungen waren überfällige Forderungen", die mehr als 100 Euro betrugen, so die Verwaltung. So schreibe es auch die Grundversorgungsverordnung vor. Die Gründe für die Unfähigkeit zu zahlen, sind vielfältig: Oft ist das Bankkonto nicht gedeckt oder wird gar gepfändet. Allerdings lässt die Zahlungsunwilligkeit der Stromkunden nicht sofort auf deren Eigenverschulden schließen. So geben einige an, "dass der Arbeitgeber nicht zahlt" oder das Amt das Geld nicht rechtzeitig überweist. Der Betroffene sollte sich beim Sozialamt oder Jobcenter melden. "Leider sehen das viele Kunden als Aufgabe der Stadtwerke an, was keinesfalls so ist", teilt die Verwaltung mit. Wer sich kümmert, ist im Vorteil, denn "sollte der Kunde vor den Sperrankündigungen persönlich oder telefonisch Kontakt mit den Stadtwerken aufnehmen, werden bereits gesetzte Termine bei Zahlungsschwierigkeiten des Kunden bis hin zu zwei Wochen verschoben".

Während die Stadtwerke knapp 800-mal jährlich den Saft abdrehen, sind Zahlen für die ganze Landeshauptstadt unbekannt. Allerdings lässt die Statistik der Stadtwerke eine Richtung erahnen, da das Unternehmen als Grundversorger die meisten Haushaltskunden in der Landeshauptstadt mit Strom und Gas beliefert.

Wer Zahlung aufschiebt, zahlt am Ende drauf

Wer seinen Strom nicht bezahlt, der wird von der Versorgung gekappt. Die Kosten für die Sperrung werden dem Kunden auf die noch offene Rechnung aufgeschlagen. Kostet eine Mahnung 3 Euro, schlägt eine Sperrankündigung schon mit 34 Euro zu Buche. Kommt es zur Durchführung, kostet das 46 Euro. Soll der Strom wieder fließen, fallen weitere 54 Euro an.

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