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Schweriner Datenautobahn : Stadtwerke setzen auf Glasfaser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kommunales Unternehmen will jede Wohnung, jede Schule und jeden Betrieb an das schnelle Datennetz anschließen

von
erstellt am 01.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die Stadtwerke wollen massiv in das Glasfasernetz der Stadt investieren. Diese speziellen Kabel sollen bis in jede Wohnung, jede Schule und jedes Unternehmen verlegt werden. Das Ziel: Die Lebensqualität soll erhöht werden.

Die Telekom hatte im vergangenen Jahr das Glasfasernetz in der Stadt ausgebaut, bietet jetzt schnelles Internet an. Allerdings: Die Glasfaserleitungen enden am Anschlusskasten an der Straße. Die so genannte „letzte Meile“ bis in die Wohnung aber sind Kupferkabel. Je weiter der Endverbraucher vom Anschlusskasten entfernt wohnt, um so langsamer wird die Datenübertragung. „Das ist der Flaschenhals, den wir beseitigen müssen, denn spätestens in acht Jahren kann der Bedarf bei der Datenübertragung sonst nicht mehr gedeckt werden“, sagt Reinhard Krause. Er ist Koordinator für IT-Dienstleistungen der Stadtwerke. Die Vorteile eines Glasfaserkabels bis zur Anschlussdose wären nicht nur ein schnelleres Internet, störungsfreie Telefonie und verzerrungsfreies Fernsehen. Unternehmen könnten Unterlagen hochaufgelöst übertragen, Telemedizin wäre möglich, der Hausnotruf wäre sicherer. Krauses Vision wären Schulen, die über Glasfasertechnik versorgt werden und hausintern über ein eigenes schnelles Wlan-Netz verfügen. Der IT-Manager beklagt: „Bisher gibt es das nur in einer privaten Schule in Schwerin.“ Das könnte schnell und mit relativ geringem Aufwand geändert werden, sagt Krause.

Häuslebauer, Investoren und Architekten, aber auch Handwerksbetriebe haben das Thema jedoch noch nicht so verinnerlicht, wie Reinhard Krause es sich wünschen würde. „Selbst beim höchstpreisigen Wohnungsbau wird kein Gedanke an IT-Technik verschwendet.“ Deshalb veranstalteten die Stadtwerke gestern eine Tagung zum Thema Glasfaserausbau mit mehr als 100 Teilnehmern.

Bisher sind unter dem Markennamen city.kom 500 Gebäude mit 1500 Wohnungen per Glasfaserkabel versorgt. In den Industriegebieten sind mehr als sieben Kilometer so genannte Flatliner-Trassen verlegt worden. In der Stadt gibt es ein öffentliches Wlan-Netz. Möglich wäre aber viel mehr. In der Weststadt, in Lankow, in der Werdervorstadt, in Krebsförden und in der Paulsstadt wären ganze Straßenzüge und Wohnviertel mit der modernen Technik „versorgbar“. In weiteren Quartieren werden die Kabel verlegt. Vor allem beim Fernwärmeausbau werden auch gleich Lichtleitfaserleitungen mit verlegt. Insgesamt liegen in der Stadt außerdem rund 70 Kilometer Leerrohre, so dass die Glasfaserkabel schnell verlegt werden könnten. Und die Neubaugebiete in Friedrichsthal, in den Waisengärten, im Hafen und an den Wadehängen in Neumühle könnten kurzfristig versorgt werden.

Die Kosten für die Stadtwerke halten sich nach Angaben von Reinhard Krause „in überschaubarem Rahmen“. Allerdings übernimmt das Unternehmen die Kosten nur bis in den Keller. „Im Haus müssten die Investoren die Kabelverlegung bis in die Wohnungen bezahlen.“ Im Verhältnis zu den verlangten Quadratmeterpreisen seien die Beträge aber gering.

In ländlichen Regionen wird der Glasfaserausbau massiv gefördert. „Damit Schwerin nicht den Anschluss verliert, muss der Glasfaserausbau von den Stadtwerken erbracht werden“, sagt Krause. Und: „Die Stadtwerke können das am besten.“

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