Fernwärme noch nicht optimal : Stadtwerke heizen bei Fernwärme ein

Nicht schön, aber effektiv: Oberland-Leitungen für die Fernwärme allein in Schwerin unter die Erde zu legen, würde laut Stadtwerke bis zu 60 Millionen Euro kosten.
Nicht schön, aber effektiv: Oberland-Leitungen für die Fernwärme allein in Schwerin unter die Erde zu legen, würde laut Stadtwerke bis zu 60 Millionen Euro kosten.

Klima-Forum zeigt: Stadtweites Heizsystem muss noch exakt eingestellt werden

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04. April 2014, 08:00 Uhr

Die Fernwärme zählt zwar zu den klimaschonenden Arten der Wärmeversorgung, dennoch muss in Schwerin auf diesem Gebiet noch eine Menge getan werden. Das ist ein Ergebnis des jüngsten Klima-Forums, zu dem sich Vertreter der Stadtwerke, aus Kommunalpolitik und Wirtschaft sowie Wohnungsanbieter getroffen hatten. Der Handlungsbedarf macht sich zum Teil an den Rücklauftemperaturen in den Fernwärmeleitungen deutlich. Wenn diese das Kraftwerk verlassen, liegt die Temperatur dort bei etwa 130 Grad Celsius, und kommt mit etwa 70 bis 80 Grad Celsius zurück. Das spreche für eine zu geringe Nutzung der Wärme, die so quasi nur „im Rundlauf“ gefahren würde, sagt ein Experte der Schweriner Stadtwerke. Ein akzeptabler Wert liege bei 65 Grad Celsius.

Ein Grund dafür liegt demnach in den einzelnen Hausanlagen. „Wir sprechen hier von einem komplexen System, in dem alle Komponenten ausgeklügelt aufeinander abgestimmt werden müssen“, erklärt Stadtwerke-Chef Josef Wolf. Für eine hohe Effizienz des Fernwärme-Systems in Schwerin „müssen wir eine hohe technische Qualität gewährleisten“. Das betreffe zum einen die einzelnen Anlagen, für die jeder Hauseigentümer oder jede Wohnungsgesellschaft verantwortlich ist. Zum anderen ist das Zusammenspiel der Anlagen bedeutend, das die Stadtwerke steuern.

Dafür überprüfen Experten des Energieversorgers hunderte Hausanlagen und installieren Geräte, die das Kundenverhalten aufzeichnen. „Mit diesen Daten spionieren wir unsere Kunden nicht aus, sondern optimieren die Anlagen, um letztendlich Kosten zu sparen“, erklärt Josef Wolf weiter.

Dabei gehören nicht nur die Anlagen zu dem komplexen System, sondern jeder einzelne Verbraucher. Wie groß ist der beheizte Bereich, wie viel Grad Celsius herrschen dort, wann wird geheizt. „Früher war der Thermostat das Fenster“, sagt der Experte weiter. Heute sind Fenster und Thermostat am Heizkörper je nach Anlage miteinander verbunden, reagieren unter Umständen aufeinander. Aus diesem Grund sei oft auch eine gemeinsame Auswertung mit dem Kunden im Nachhinein hilfreich.

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