Licht ausgeknipst : Stadtwerke drohen Stromsperre an

Immer mehr Abnehmer bezahlen ihre Rechnungen nicht pünktlich – kommunaler Versorger sieht aber noch kein Massenproblem

svz.de von
25. März 2014, 08:00 Uhr

Die Stadtwerke haben zunehmend Probleme mit säumigen Abnehmern. Im vergangenen Jahr musste deshalb 3987 Stromkunden gedroht werden, ihren Anschluss zu sperren. Das waren 302 Abnehmer mehr als 2012. Die Zahlen teilten die Stadtwerke auf Nachfrage der SVZ mit. Insgesamt hat das Unternehmen rund 117 000 Kunden, davon etwa 60 000 im Schweriner Stadtgebiet.

Nicht jede Drohung der Stadtwerke führt dazu, dass den Kunden der Strom abgeklemmt wird. Tatsächlich gesperrt werden mussten im vergangenen Jahr 917 Anschlüsse, 804 davon in der Landeshauptstadt. Etwa die Hälfte der Schuldner hat ihre offenen Rechnungen nach entsprechenden Mahnungen innerhalb von drei Tagen beglichen. Ein Drittel zahlte aber erst nach ein bis zwei Wochen. Bei immerhin 20 Prozent blieb der Anschluss mehr als drei Wochen abgeschaltet.

Bevor es soweit kommt, dass ein Anschluss gesperrt wird, verschicken die Stadtwerke Mahnungen. Insgesamt 17 602 gingen 2013 wegen nicht bezahlter Rechnungen für Elektroenergie, Gas, Fernwärme oder Wasser raus, 122 weniger als ein Jahr zuvor. Das Positive: Während die Zahl der verschickten Mahnungen bei auswärtigen Kunden gestiegen ist, nahm sie in Schwerin insgesamt leicht ab. Bei Strom, Gas und Fernwärme um 277, bei Wasser um 182.

Stadtwerkechef Josef Wolf rät säumigen Kunden, bei einem persönlichen finanziellen Engpass frühzeitig aktiv zu werden: „Es muss nicht dazu kommen, dass ein Anschluss gesperrt wird. Unsere Kundenberater können helfen, wenn die Haushaltskasse leer ist.“ Abnehmer könnten beispielsweise Ratenzahlung vereinbaren, Tipps zum Stromsparen bekommen oder auch Strommessgeräte ausleihen. „Damit können die Energiefresser im Haushalt ermittelt werden“, sagt Wolf.

So genannte Pre-Paid-Zähler wollen die Stadtwerke nicht einsetzen. Mit diesen Geräten können Kunden für eine bestimmte Strommenge vorab bezahlen und rutschen so nicht in die roten Zahlen. „Das ist für uns aber keine praktikable Lösung“, so Josef Wolf.

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