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Zoff um Schweriner Fernwärmekosten : Stadtwerke bitten zur Kasse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Knapp 400 Fernwärme-Kunden müssen seit Jahresbeginn mehr als das Doppelte für die Wartung und Reparatur ihrer Anlagen zahlen

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Teure Bescherung zum Jahreswechsel: Für knapp 400 Fernwärme-Kunden der Stadtwerke hat sich die jährliche Servicepauschale auf einen Schlag um mehr als das Doppelte erhöht. „Aufgrund der Kostenentwicklung von Material und Lohn kommen wir leider nicht umhin, den Servicepreis für die Fernwärmeversorgung Kleinverbraucher Citywärme erstmalig auf 142,80 Euro im Jahr anzupassen“, heißt in einem Schreiben, das den Kunden im Dezember ins Haus flatterte. Bislang waren 63,89 Euro für die Pauschale fällig. So mancher Verbraucher ist empört.

Die Stadtwerke nutzten ihre Fernwärme-Monopol in Schwerin aus, sagt Manfred Schmidt (Name von der Redaktion geändert). Er hat in Lankow gebaut, gehört zu den Kunden, die den höheren Servicepreis bezahlen müssen. „Ich verstehe ja, dass eine Pauschale mal angepasst werden muss, aber das Ausmaß der jetzigen Erhöhung ist für mich nicht nachvollziehbar“, erklärt Schmidt.

Der Servicepreis sei seit dem Jahr 2000 nicht angehoben worden, sagt Stadtwerke-Sprecherin Ute Becker-Frenzel. Betroffen von der Erhöhung sind nach ihren Angaben auch nur Hausbesitzer mit einer so genannten Kompaktstation, die eine Anschlussleistung von 20 Kilowatt liefert, also eben knapp 400 der insgesamt 3200 Fernwärme-Kunden.

In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage nach Fernwärme rasant gestiegen, erläutert Becker-Frenzel. Der bisherige Servicepreis decke bei weitem nicht mehr die Ausgaben für Lohn und Material. Deshalb hätten sich die Stadtwerke nun für eine Preisanhebung entschieden, die die Kosten realistisch abbilde, so die Sprecherin. Die Kunden erhielten für ihre 142,80 Euro im Jahr ein „Rundum-Sorglos-Paket“.

„Der Servicepreis beinhaltet neben der Wartung auch die Störungsbeseitigung und Instandhaltung der Hausstation inklusive Material und Arbeitslohn sowie eine eventuelle Erneuerung“, heißt in dem Schreiben, das den betroffenen Kunden zuging. Zugleich ist in dem Brief von der Einführung einer „Preisgleitklausel“ die Rede, „um zukünftigen Kostenentwicklungen gerecht zu werden“. Der Servicepreis werde künftig am 1. Januar jeden Jahres angepasst, so die Mitteilung an die Kunden.

Manfred Schmidt weiß nicht, ob er sich über diese Ankündigung freuen soll. Dass die Pauschale noch einmal wieder gesenkt wird, daran glaubt er nicht. „Als Kunden sind wir der Preispolitik des einzigen Fernwärme-Anbieters in der Stadt ausgeliefert“, sagt Schmidt.

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