zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 13:16 Uhr

Nach Elternkritik : Stadtwerke bezahlen Spielplatz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Wegfall der Geothermie an den Waisengärten: Eltern aus „Villa Traumland“ kritisieren voreilige Rodung am Kita-Gelände

von
erstellt am 08.Mai.2015 | 10:00 Uhr

„Wir stehen zu unserem Wort“, sagt Stadtwerke-Chef Dr. Josef Wolf. Der Energieversorger werde seinen Beitrag für die Wiederherstellung des Geländes an den Waisengärten leisten, das ursprünglich für das Geothermie-Projekt vorgesehen war, versichert er, und auch die Kosten für ein neues Spielgerät für die Kita „Villa Traumland“ in der Bornhövedstraße übernehmen.

Nach der Entscheidung der Stadtwerke, das Erdwärme-Vorhaben von der Werdervorstadt nach Lankow zu verlegen (wir berichteten), haben Eltern aus der Kita „Villa Traumland“ in der Bornhövedstraße in einem offenen Brief heftige Kritik an Wolf geübt. „Sie halten uns Eltern und die Kita seit drei Jahren hin. Schaffen nicht nur Zukunftsunsicherheiten, sondern als Gipfel im letzten Jahr – Tatsachen mit der Fällung fast sämtlicher Bäume auf dem Grundstück der Kita. Dies war fast der einzige zusammenhängende Baumbestand in unserem Stadtteil“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Weiterer Kritikpunkt der Eltern: Der Stadtwerke-Chef habe ein Informationsgespräch in der Kindertagestätte kurzfristig abgesagt.

Wolf weist den Vorwurf des Taktierens zurück: Noch bis vor Kurzem seien die Stadtwerke fest entschlossen gewesen, das Geothermie-Projekt in der Nähe der Kita an den Waisengärten umzusetzen. Die Baumfällungen und auch der damit verbundene Grundstückstausch hätten deshalb Sinn gemacht. Überraschend habe sich aber nun für die Stadtwerke die Möglichkeit ergeben, gleich beim Heizkraftwerk in Lankow nach Erdwärme zu bohren, so der Geschäftsführer der Stadtwerke. Durch die vor Ort vorhandene Infrastruktur seien die Ausgangsbedingungen für die Geothermie deutlich günstiger. Zudem würden Anwohner nicht durch Bohrlärm und Baufahrzeuge belästigt – anders als an den Waisengärten.

Die Stadtwerke hinterließen an der Bornhövedstraße eine „Mond- oder Steppenlandschaft“ kritisieren die Eltern in ihrem offenen Brief mit Blick auf die entstandene Ausgleichsfläche bei der Kita. „An eine nicht definierte Zusage Ihrerseits, einen Spielplatz irgendwann einmal für die Kita zu stellen, können wir nicht mehr glauben“, heißt es in dem Schreiben.

Diesen Vorwurf will Wolf nicht auf sich sitzen lassen und stellt Ersatzpflanzungen und Spielgerät noch für dieses Jahr in Aussicht. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke habe mittlerweile auch den Standortwechsel in Sachen Geothermie abgesegnet, berichtet er. Noch in diesem Jahr solle der Bohrauftrag vergeben werden. Investitionsvolumen: rund 15 Millionen Euro.

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen