Wir in Wüstmark : Schritt für Schritt ins normale Leben

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20 Syrer lernen in der Handwerkskammer in Wüstmark Deutsch und wollen ins Berufsleben starten

svz.de von
25. November 2015, 15:18 Uhr

Mitten in Wüstmark, zwischen dem   Naturschutzgebiet Kiesgrube, dem Bahnhof Süd  und dem Industriepark befindet sich das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer. Junge Schweriner orientieren sich, informieren sich, was sie später einmal werden wollen.  Meister werden ausgebildet,  Existenzgründer beraten. Und mitten unter ihnen – 20 Flüchtlinge. 17 Männer. Drei Frauen. Der Jüngste ist 15, der Älteste 58 Jahre alt.  Alle aus Syrien. „Sie werden bei uns auf das Berufsleben vorbereitet“, sagt Jakob Gelz, Projektleiter dieser Handwerkskampagne.

Das Projekt zur Integration der Flüchtlinge läuft seit vergangener Woche. „Diese Männer und Frauen mit einer vorläufigen Aufenthaltsgenehmigung besuchen   nun hier im Hause bis Februar  einen Deutschkurs“, erklärt Gelz.  Wochentags vier bis fünf Stunden. Unterstützt von der Arbeitsagentur . Denn: Unsere Sprache zu können, sei erstmal die Grundvoraussetzung. Dann komme die Berufsorientierung und im Anschluss eine Ausbildung. „Viele kommen her und wollen studieren. Sie kennen keine dualen Ausbildungswege“, so der 25-jährige Projektleiter.  Doch wenn man ihnen erkläre, dass man in Deutschland innerhalb von drei Jahren einen Beruf erlernen  und auch im Anschluss noch an die Hochschule könne, würden die Syrer es verstehen. „Sie sind unglaublich engagiert. Nutzen jede Gelegenheit, um Deutsch zu üben“, erzählt Gelz.

So auch die 24-jährige Lama. Sie hat zwei Kinder. „Mein Mann ist noch in der Türkei“, erklärt sie auf Englisch. Ihr mache der Kurs Spaß. Nur die zwei Kinder täglich unterzubringen, sei schwierig. Sie hätte aber Glück,  Mitarbeiter  der  Kirche in der Keplerstraße passen oft auf ihre kleinen Schätze auf. Auch der 15-jährige Abdullah ist begeistert. „Ich will Arzt werden, Menschen helfen“, sagt er stolz.

 Die Möglichkeiten, für eine gute Ausbildung stehen nicht schlecht: „Wir haben 750  Ausbildungsbetriebe  angeschrieben und gefragt, was sie sich vorstellen können, ob sie Lehrstellen mit Flüchtlingen besetzen würden“, sagt Jakob Gelz. Bis Ende des Monats laufe diese Umfrage noch, 32 Betriebe hätten sich bereits positiv geäußert. So könnten mit heutigem Stand 29 Arbeitsplätze und 34 Ausbildungsstellen mit Flüchtlingen besetzt werden. „Vorausgesetzt natürlich, sie eigenen sich für den Beruf und erfüllen alle nötigen Voraussetzungen“, so Gelz.

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