Wir in Friedrichsthal : Jagdschloss im Dornröschenschlaf

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Pläne liegen nicht auf Eis: Eigentümerin will renovieren und sucht nach Lösungen

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12. November 2015, 12:00 Uhr

Das Jagdschloss an der Bundesstraße 104. Es ist geschichtsträchtig. Das Wahrzeichen von Friedrichsthal.  Vor Jahren kaufte es Jenny Kirchhoff. Gemeinsam mit der Sorena GmbH  will sie das Ensemble von Grund auf renovieren.

Kirchhoff  legte Pläne vor, die erstmal alle toll fanden: Sie wollte das Jagdschloss  ökologisch sanieren lassen, mit  Lehm, Holz, Stroh und Kalkfarben. Auch ein großes Café, Seminarräume und Wohnungen waren vorgesehen. Außerdem sollte der  denkmalgeschützte Park  auf Vordermann gebracht werden.  2011 räumte sie ein, dass die Realisierung  wegen der zahlreichen denkmalpflegerischen Absprachen drei Jahre dauern könnte. Diese sind nun längst um. Und dass sich was getan hat  sieht man von außen kaum.  „Doch es ist einiges passiert“, sagt Kirchhoff. Das Gebäude sei bereits entkernt. „Und gut zwei Jahre konnten wir nichts machen.“ Denn: Für die Renovierung mussten zahlreiche Gutachten erbracht werden. „Hätte uns die Uni Rostock dabei nicht unterstützt, hätte es noch länger gedauert und hätte etwa 100000 Euro gekostet.“ Jetzt habe sie mehrere zehntausend Euro für die Gutachten aufbringen müssen. Und noch etwas bringt sie in Rage: „Alle 14 Tage wird eingebrochen – Graffiti werden an die Wände gesprüht. Das erleichtert die Arbeit nicht gerade.“

Kirchhoff gibt aber auch zu, dass die Arbeiten momentan   stocken. „Aber nicht aus finanziellen oder ähnlichen Gründen“, sagt die Berlinerin. Schuld seien private Gründe. „Mir liegt das Jagdschloss in Friedrichsthal sehr am Herzen. Ich will es unbedingt renovieren und herrichten“, verspricht sie. Momentan suche sie nach geeigneten Lösungen. „Das sind keine Hirngespinste.“

Hintergrund

1798 ließ Herzog Friedrich Franz I. den Sommersitz als Jagdschloss umbauen.  Schon  1822 fand hier die letzte Hofjagd statt.   Mitte des 19. Jahrhunderts kamen neue Mieter: eine Pferde-Traineranstalt, ein Erholungsheim des Kriegerverbandes, eine Bauernhochschule, ein Hilfskrankenhaus  und seit 1951 ein Altenheim. 1993 wurde es geschlossen.

 

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