zur Navigation springen

Wir vom Großen Dreesch : Ex-Bauarbeitercafé in Familienhand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit 14 Jahren ist Andreas Hömke Gastwirt auf dem Großen Dreesch

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 09:49 Uhr

Dort wo heute ein Billardtisch und Darts-Automaten stehen, wurden vor rund 40 Jahren Bauarbeiter mit Essen versorgt: Die Rede ist von „Andys Stressbremse“, dem ehemaligen Bauarbeitercafé in der Friedrich-Engels-Straße. Andy heißt mit vollem Namen Andreas Hömke und wohnt seit 40 Jahren selbst auf dem Dreesch. „Ich wuchs als Plattenkind auf und fühle mich hier wohl“, sagt der Schweriner, der seit 14 Jahren Wirt in der Friedrich-Engels-Straße ist.

Die Geschichte seiner Gaststätte kennt Hömke genau: „Schon zu Baustart des Wohngebiets stand fest, dass an diesem Ort ein Bauarbeitercafé inmitten der Wohnungen entsteht.“ Das Lokal sei jedoch nicht das einzige auf dem Dreesch gewesen. „Dort, wo heute das Gesundheitsamt steht, war damals das ,Kosmo’ zu finden – eine Gaststätte mit großem Saal für 500 bis 600 Leute“, erzählt der 60-Jährige weiter. „Und zum SVZ-Gebäude gehörte damals die Gaststätte ,Impressum’. An der Straßenbahn-Haltestelle Ludwigsluster Chaussee gab es das ,Sputnik’.“ Übrig geblieben ist allein Hömkes Bierlokal. Grund für das Weiterbestehen des ehemaligen „Cafés“: Die Größe, sagt der Wirt. „Das Problem der anderen Gaststätten waren die nötigen Sanierungen, die zu viel Geld verschlungen hätten“, erklärt Hömke.

Nicht nur das Interieur hat sich in der Kneipe verändert: Auch die Gäste sind mittlerweile andere. Waren früher die namensgebenden Bauarbeiter Kundschaft unter den vorherigen Besitzern, so kämen die in Hömkes Lokal schon lange nicht mehr. Stattdessen sei das Publikum bunt gemischt. „In letzter Zeit merke ich auch, dass wieder mehr junge Menschen in die Kneipe kommen“, sagt der Schweriner. Als möglichen Grund nennt Hömke die Teilnahme an der SKDL, der Schweriner Kneipen-Dart-Liga. Am Anfang hätte eine Mannschaft im Bierlokal trainiert – mittlerweile kommen laut Hömke drei Teams regelmäßig zu Training und Dart-Turnieren in die Friedrich-Engels-Straße.

Auch in Zukunft möchte Andreas Hömke, der neben der „Stressbremse“ einen Catering-Service leitet, beides weiter unter einen Hut bringen. „Natürlich wird man nicht jünger. Aber was gibt es schon Schöneres, als beruflich seinem Hobby nachgehen zu können“, sagt der Wirt. Seit einiger Zeit habe seine Tochter die Buchhaltung übernommen – und signalisiert, dass sie Hömkes Betrieb weiterführen will. Natürlich nicht ohne den Vater: „Mit der Zeit werde ich natürlich weniger machen. Aber einfach aufhören? Das will und kann ich nicht.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen