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Wir in Neu Zippendorf : Das neue Gesicht des Berliner Platzes

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Attraktives Ambiente soll wieder Leben in das Zentrum Neu Zippendorfs ziehen

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Er sollte das pulsierende Herz des Großen Dreesch sein – der Berliner Platz. Aufmärsche und Maifeiern, Flanieren und Einkaufen, Ausdruck sozialistischer Lebensfreude – all das hatten sich die Planer für den größten Platz in Schwerin vorgestellt. Gekommen ist alles ganz anders.

Der Berliner Platz entwickelte sich mehr und mehr zu einer tristen, grauen Freifläche im Zentrum des Stadtteils, der heute Neu Zippendorf heißt. Die „Aufenthaltsqualität“, wie es die Stadtplaner nennen, tendierte gegen Null. Dienstags, freitags und sonnabends ein Wochenmarkt mit ein paar Ständen, Billiganbieter in der ehemaligen Kaufhalle, davor ein Bratwurststand und ganz selten auch mal ein bisschen Rummel waren alles, was dort passierte. Durch den Abriss von Gebäuden im unteren Teil wirkte der Platz noch größer, noch verlassener.

Das alles soll sich nach den Vorstellungen der Planer in der Stadtverwaltung ändern. Geschwungen statt eckig, grün statt grau und einladend statt abweisend soll der neue Berliner Platz werden. Ein grünes Oval mit einer großen Platane in der Mitte und Bänke sollen zum Verweilen einladen und so den ganzen Stadtteil aufwerten.

Den ersten Beschluss der Stadtvertreter zur Umgestaltung des Berliner Platzes gab es bereits Mitte 2012. Doch die Meinungen waren nicht einhellig. Der bauausschussvorsitzende Hagen Brauer und der damals noch fraktionslose Manfred Strauß waren vehement gegen die Neugestaltung des mehr als 9000 Quadratmeter großen Platzes. Unnütz und viel zu teuer sei das Vorhaben. Dann hob die Wohnungsgesellschaft WGS die Hände. Sie konnte die Anliegerbeiträge nicht bezahlen. Es wurde noch einmal umgeplant – das Projekt zog sich hin.

Im Oktober dieses Jahres war es dann so weit. Mit schwerer Technik wurde im oberen Bereich die Vergangenheit vom Berliner Platz gekratzt. Unten wird noch nichts angefasst, weil die WGS die Hochhäuser in der Rostocker Straße abreißen wird. Erst danach kann der Platz dort umgestaltet werden.

Inzwischen ist oben die neue Platzstruktur schon erkennbar. Die Tragschicht der Asphaltfläche ist eingebaut. Die rote Deckschicht sollte eigentlich schon drauf sein, aber viele Tage mit Dauerregen haben zu einem Bauverzug geführt. Heute jedoch kommt das prägende Element des „neuen“ Berliner Platzes: Ein Tieflader bringt am Vormittag eine fünf Tonnen schwere, große Platane.

Wenn im kommenden Jahr alles fertig ist, so die Hoffnung der Stadtplaner, wird auf Neu Zippendorfs zentralem Platz auch wieder Leben einziehen. Allerdings bestimmt ohne Aufmärsche.

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