Wir in Göhrener Tannen : Arbeitsplatz für 800 Menschen

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Industriepark wächst stetig, aber 195 Hektar Brachland suchen noch Investoren

svz.de von
21. Januar 2016, 12:00 Uhr

Die Stadtväter hatten sich rund um das Jahr 2000 gewünscht, dass BMW in Schwerin hier deutsche Vorzeige-Autos baut. Doch der Traum von der Großansiedlung auf dem ehemaligen militärischen Übungsplatz platzte schon 2002. Die Bayern entschieden sich für Leipzig als neuen Produktionsstandort und in Schwerin gab es plötzlich 350 Hektar Industriefläche, die es an den Mann zu bringen galt. In der ersten Zeit ein schwerfälliges Geschäft, aber seit etwa vier Jahren laufe das Anwerben neuer Investoren sehr gut. Das sagt Kathrin Hoffmann, die bei der Wirtschaftsförderung der Stadt zuständig ist für den Industriepark Schwerin. Von der alten Bezeichnung „Göhrener Tannen“ möchte man mittelfristig weg, hat sogar schon einen Namen fürs internationale Parkett: „Baltic Industrial Park“.

Ludwig-Bölkow-, die Karl-Tackert- und Friedrich-Paschen-Straße bilden eine Ringstraße durch den Industriepark. Mehr als neun Millionen Euro wurden in den Straßenausbau investiert, das Land unterstützte das mit acht Millionen Euro. Derzeit sind sechs Unternehmen im Industriepark angesiedelt. Neben dem Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapselwerk haben der Luftfahrtzulieferer FlammAerotec, der Automobilzulieferer PTS Precision, der Hersteller von Kunststoffverschlüssen United Caps und die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft hier investiert.Neuester im Bund e ist das Recyclingunternehmen FVH Folienveredlung. Die Produktion beginnt demnächst. Im Industriepark arbeiten aktuell fast 800 Menschen. Dafür gibt es jetzt sogar eine Nahverkehrsanbindung: Die Buslinie 20 fährt seit dem 1. Januar dorthin.

Für 2016 gibt es mehrere konkrete Erweiterungspläne, sagt Hoffmann: Die Firma ZIM Flugsitz will eine Produktionshalle mit Bürotrakt an der Bölkowstraße bauen. 60 Mitarbeiter sollen an vier Montagelinien dann Flugzeugsitze herstellen – 20 000 Stück pro Jahr. Flamm Aerotec möchte eine neue Halle bauen und die Produktionsfläche nahezu verdoppeln. 20 Millionen Euro nimmt das Unternehmen dafür in die Hand. Die SAS wollen außerdem 15 000 Quadratmeter neben der Bioabfallverwertungsanlage „entwickeln“.

195 Hektar Industriefläche sind noch frei, werden auf Messen und in enger Abstimmung mit Investment MV weltweit angeboten. „Weil der Industriepark sehr modern ist und auch so aussieht, macht es Spaß, Kunden das Gelände vor Ort zu zeigen“, sagt Kathrin Hoffmann. Einziger Wermutstropfen und Wettbewerbsnachteil: Munition im Erdreich. Die Stadt will die Flächen, die zum größten Teil dem Land gehören, möglichst noch in diesem Jahr kaufen und sie projektbezogen für die Unternehmen beräumen.


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